Zapatalit

Zapatalit

Zapatalit
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Traubig ausgebildeter Zapatalit aus der Miguel Vacas Mine, Pardais, Vila Viçosa, Évora, Portugal
Andere Namen
  • IMA 1971-023
Chemische Formel

Cu3Al4[(OH)3|PO4]3 • 4H2O[1]

Mineralklasse Phosphate, Arsenate und Vanadate
8.DE.20 (8. Auflage: VII/D.20) nach Strunz
42.05.03.01 nach Dana
Kristallsystem tetragonal
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin nicht definiert
Farbe Hellblau bis Türkisblau
Strichfarbe Hellblau
Mohshärte 1,5
Dichte (g/cm3) gemessen: 3,016 ; berechnet: 3,017[2]
Glanz matt
Transparenz durchscheinend
Bruch
Spaltbarkeit gut nach {001}
Habitus
Kristalloptik
Brechungsindex nω = 1,646 nε = 1,635[3]
Doppelbrechung
(optischer Charakter)
δ = 0,011[3] ; einachsig negativ
Weitere Eigenschaften
Ähnliche Minerale Chrysokoll, Shattuckit, Türkis

Zapatalit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Cu3Al4[(OH)3|PO4]3 • 4H2O[1] und entwickelt überwiegend massige oder nierige bis traubige Mineral-Aggregate und Rissfüllungen von hellblauer bis türkisblauer Farbe bei hellblauer Strichfarbe.

Etymologie und Geschichte

Erstmals gefunden wurde Zapatalit in einem kleinen Prospektionsfeld nordwestlich von Cerro Morita und etwa 27 Kilometer südwestlich von Agua Prieta im mexikanischen Bundesstaat Sonora.

Wissenschaftlich beschrieben und nach dem bekannten mexikanischen Revolutionsführer Emiliano Zapata benannt wurde das Mineral 1971 durch Sidney A. Williams, der seine Ergebnisse und den gewählten Namen bei der International Mineralogical Association (IMA) zur Prüfung des Mineralstatus einreichte. Der Antrag erhielt die Eingangs-Nummer IMA 1971-023 und wurde im selben Jahr anerkannt. Veröffentlicht wurden die Untersuchungsergebnisse und der anerkannte Name im März des folgenden Jahres im Mineralogical Magazine.

Typmaterial des Mineral wird im Natural History Museum in London, England unter der Register-Nr. 1972,174 sowie im National Museum of Natural History in Washington D.C., USA unter der Register-Nr. 135060 aufbewahrt.[2]

Klassifikation

In der mittlerweile veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Zapatalit zur Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort zur Abteilung der „Wasserhaltigen Phosphate mit fremden Anionen“, wo er zusammen mit Chalkophyllit, Coeruleit, Leogangit, Lirokonit und Parnauit eine eigenständige Gruppe bildete.

Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) verwendete 9. Auflage der Strunz'schen Mineralsystematik ordnet den Zapatalit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung der „Phosphate mit weiteren Anionen, mit H2O“ ein. Diese Abteilung ist allerdings weiter unterteilt nach der Größe der beteiligten Kationen und deren Stoffmengenverhältnis zum Phosphat-, Arsenat-, bzw. Vanadatkomplex, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit ausschließlich mittelgroßen Kationen, (OH, etc.):RO4 = 3:1“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 8.DE.20 bildet.

Auch die Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Zapatalit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung der „Wasserhaltigen Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier ist er als einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 42.05.03 innerhalb der Unterabteilung der „Wasserhaltigen Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen mit (A)2(XO4)Zq × x(H2O)“ zu finden.


Bildung und Fundorte

Zapatalit bildet sich sekundär in der Oxidationszone von hydrothermalen Lagerstätten mit verkieseltem, Brekzien-artigem Kalkstein, vorwiegend in Paragenese mit Libethenit, Pseudomalachit und Chrysokoll.

Weltweit konnte Zapatalit bisher (Stand: 2011) an rund 10 Fundorten nachgewiesen. Neben seiner Typlokalität Cerro Morita in Sonora, Mexiko wurde das Mineral noch in der „Spring Creek Mine“ bei Wilmington im australischen Bundesstaat South Australia; bei Brixlegg im österreichischen Bezirk Kufstein; in der „Miguel Vacas Mine“ bei Vila Viçosa in Portugal sowie in den Snowstorm Mountain im Elko County und den Battle Mountain im Lander County in den USA.[3]


Kristallstruktur

Zapatalit kristallisiert tetragonal, die Raumgruppe wurde allerdings bisher nicht näher bestimmt. Die Gitterparameter sind a = 15,22 Å und c = 11,52 Å sowie 6 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[1]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 505.
  2. 2,0 2,1 Handbook of Mineralogy - Zapatalite (englisch, PDF 63,4 kB)
  3. 3,0 3,1 3,2 Mindat - Zapatalite (englisch)

Literatur

  • Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 650.

Weblinks

Commons: Zapatalite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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