Vakuumtechnik

Als Vakuumtechnik bezeichnet man die künstliche Herstellung eines Vakuums, worunter man im Allgemeinen den Druckbereich unterhalb des Umgebungsdrucks versteht. Je nach Anwendungsgebiet unterscheidet sich die Höhe des Vakuums. Für die sog. Vakuum-Handhabung genügt ein relativ geringes Vakuum, das sogenannte Grobvakuum.

Der Druckbereich des Grobvakuums reicht von 1 mbar bis Umgebungsdruck (1013,25 mbar).

Energiebedarf für die Vakuum-Erzeugung

Der Energiebedarf für die Vakuum-Erzeugung steigt überproportional zum erreichten Vakuum. Eine Erhöhung des Unterdrucks von 600 mbar auf 900 mbar bedeutet eine Kräftezunahme um den Faktor 1,5. Die Evakuierungszeit und der Energieaufwand steigen aber um den Faktor 3. Somit wird verdeutlicht, dass das maximale Vakuum nicht den optimalen Arbeitsbereich für die Vakuum-Handhabung darstellt.

Gängige Arbeitsbereiche

  • für dichte Oberflächen

(z. B. Metall, Kunststoff, etc.): 60 % bis 80 % Vakuum (600 bis 800 mbar)

  • für poröse Materialien

(z. B. Kartonagen, Spanplatten, MDF-Platten, etc.): 20 % bis 40 % Vakuum (200 bis 400 mbar); in diesem Bereich wird die erforderliche Haltekraft durch Erhöhung des Saugvermögens und durch Vergrößerung der Saugfläche erzeugt.

Atmosphäre und ihre Auswirkung auf die Vakuum-Technik

Der Luftdruck (Umgebungsdruck) ist abhängig von der Höhe, auf der man sich befindet. Auf Meereshöhe herrscht ein Luftdruck von 1013 mbar. In einer Höhe von 600 m verringert sich der Luftdruck auf 938 mbar. In einer Höhe von 2000 m beträgt der Luftdruck nur noch 763 mbar.

Verbreitung von Vakuumtechnik

Vakuumtechnik findet heute in verschiedensten Bereichen der Technik, wie z. B. bei Anwendungen in Produktions- und Fertigungstechnik zur Handhabung, in der Medizintechnik, Physik, Chemie, etc. ihre Anwendung. So ist z. B. auch die Messung der Vakuum-Lichtgeschwindigkeit ohne die entsprechenden technischen Voraussetzungen (Vakuumpumpen) der Vakuumtechnik nicht möglich.

Siehe auch

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