Urvantsevit


Urvantsevit

Urvantsevit
Andere Namen
  • IMA 1976-025
Chemische Formel

Pd(Bi,Pb)2

Mineralklasse Sulfide und Sulfosalze
2.EB.30 (8. Auflage: II/D.21) nach Strunz
02.12.15.02 nach Dana
Kristallsystem tetragonal
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin 4/m 2/m 2/m
Farbe grauweiß
Strichfarbe
Mohshärte 2
Dichte (g/cm3) 9,66
Glanz metallisch
Transparenz opak
Bruch
Spaltbarkeit vollkommen
Habitus

Urvantsevit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze. Es kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Pd(Bi,Pb)2 und bildet unregelmäßig geformte, polymineralische, bis zu 4 mm große Verwachsungen von grauweißer Farbe.

Etymologie und Geschichte

Das Mineral wurde 1976 von N.S. Rudaschewski, W.N. Makarow, E.M. Mededewa, W.W. Ballakh, J.I. Permjakow, G.A. Mitenkow, A.M. Karpenkow, I.A. Budko, and N.N. Schischkin (in der Typlokalität, der Majak-Mine in der Nähe von Norilsk in Russland entdeckt. Es ist nach Nikolai Nikolaewitsch Urwantsew (1893–1985) benannt, der einer der Entdecker der Erzvorkommen von Norilsk war.

Klassifikation

In der Systematik nach Strunz wird Urvantsevit zu den Sulfide und Sulfosalze gezählt. Nach der 8. Auflage bildet dabei zusammen mit Borishanskiit und Froodit eine Gruppe der Sulfide mit einem Verhältnis von Metall zu Schwefel, Selen oder Tellur von < 1:1. In der 9. Auflage bildet es eine eigene Untergruppe der Sulfide mit einem Verhältnis von Metall zu Schwefel von 1:2 und Eisen, Cobalt, Nickel oder Platinmetallen.

In der Systematik nach Dana bildet es mit Froodit und Verbeekit eine Untergruppe der Sulfide, Selenide und Telluride mit der Zusammensetzung Am Bn Xp, mit (m+n):p=1:2.[1]

Bildung und Fundorte

Urvantsevit bildet sich in sulfidischen Kupfer-Nickel-Erzen. Es ist vergesellschaftet mit Froodit, Sobolevskit, Paolovit, Cabriit, Silber, Hibbingit, Altait, Galenit, Pentlandit, Cubanit und Chalkopyrit.

Vom sehr seltenen Mineral sind nur wenige Fundorte bekannt. Neben der Typlokalität fand man Urvantsevit bislang nur noch in Abberode im Harz (Deutschland).

Kristallstruktur

Urvantsevit kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem in der Raumgruppe I/4mmm mit den Gitterparametern a = 3,3628 Å und c = 12,902 Å, sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. New Dana Classification of Sulfide Minerals

Literatur

  • Urvantsevit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf).

Weblinks