Unternehmen der Chemischen Industrie aus Deutschland und Österreich unterhalten gemeinsam das Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem (Akronym: TUIS). Hier können rund um die Uhr Experten telefonisch erreicht werden, die Auskünfte über die Handhabung von gefährlichen Stoffen und Gütern geben können. Bei größeren Gefahrgutunfällen stellen die Werk- oder Betriebsfeuerwehren auch spezielle Feuerwehrfahrzeuge, die die örtliche Feuerwehr unterstützen, beispielsweise um beschädigte Tanklastzüge leer zu pumpen.

Die Hilfe durch TUIS wird gegliedert in drei Stufen:

  • Stufe 1: Telefonische Fachberatung
  • Stufe 2: Beratung durch einen Fachberater vor Ort
  • Stufe 3: Unterstützung durch eine oder mehrere Werkfeuerwehren vor Ort mit speziellem Gerät und/ oder Fachpersonal.

Angefordert werden kann die Hilfe nur von autorisierten Stellen wie Feuerwehren, Polizei, Wasserrechtsbehörden oder Eisenbahnbetreibern.

Manche Chemiebetriebe, wie die Wacker Chemie und die Werkfeuerwehr Werk Gendorf in Bayern, bieten auch Schulungen und Trainingsmöglichkeiten für Feuerwehren an.

Dem TUIS-System gehören derzeit 130 Betriebe in Deutschland und 49 Betriebe in Österreich an.

Die meisten Fälle betreffen die Stufe 1, die telefonische Beratung, z.B. wenn Schadstoffe aus undichten Behältern entweichen.

Derzeit existieren 12 rund um die Uhr erreichbare Notfallzentralen.

TUIS ist auch international im Dachverband der europäischen chemischen Industrie (CEFIC) verankert, wie auch im ICE - Distribution Emergency Response, einem westeuropäischen Hilfesystem bei Gefahrgutunfällen.

Siehe auch

  • Responsible Care
  • ADR

Literatur

  • Jürgen Braun: Rechtsfragen des Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungs-Systems der deutschen chemischen Industrie. Frankfurt am Main: Peter Lang, 1987. ISBN 3-8204-8645-3.

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