Stoffreinheit

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Die Reinheit eines Stoffes bezeichnet in der Chemie und Physik den Stoffmengenanteil eines erwünschten Stoffes zum gesamten Stoffgemisch. Die unerwünschten Stoffe werden als Verunreinigung bezeichnet. Das Reinigen der Stoffe ist ein fertigungstechnisches Trennverfahren nach DIN 8592, und wird auch in der chemischen Verfahrenstechnik als Trennverfahren bezeichnet.

Grundlagen

Im Idealfall wäre die Reinheit gleich 1 oder 100 %, wenn keine Verunreinigungen enthalten sind. Die Gehaltsangabe fremder Stoffe (Verunreinigungen, Mineralien, Spurenelemente) werden je nach Menge in Prozent (%, Hundertstel), Promille (‰, Tausendstel), ppm (part per million, Millionstel) oder ppb (part per billion, Milliardstel) angegeben. Dabei muss allerdings vermerkt sein, ob es sich um eine Volumenkonzentration oder ein Massenverhältnis beziehungsweise einen relativen Stoffmengenanteil handelt.

Chemische Stoffe werden meist in verschiedenen Reinheitsklassen gehandelt. Die genaue Spezifikation ist abhängig von Hersteller und Stoff. Bei der Substanzbezeichnung werden die folgenden Zusätze verwendet (Nach zunehmender Reinheit geordnet):

  • technisch
  • zur Synthese
  • rein
  • reinst
  • zur Analyse (auch p. a.=pro analysi oder Analysenrein)

Diese Reihenfolge (und die jeweilig dazugehörige Reinheit) ist nicht genormt und wird durch den jeweiligen Hersteller festgelegt. Besondere Vorschriften können auf den Verwendungszweck zugeschnittene Angaben ergeben: "DAB 7" bezeichnet die für diese Substanz gegebenen Gütevorschriften nach dem Deutschen Arzneibuch.

Angabe der Reinheit bei Gasen

Bei Industriegasen wird die Reinheit mit Hilfe von Codewerten ausgedrückt. Dabei bezeichnet die erste Ziffer die Anzahl der „Neuner“, die zweite Ziffer ist die erste von „Neun“ abweichende Dezimalstelle.

Beispiele
  • Wasserstoff 6.0 = Reinheit 99,99990 Vol.-% Wasserstoff
  • Stickstoff 3.8 = Reinheit 99,98 Vol.-% Stickstoff
  • Acetylen 2.4 = Reinheit 99,4 Vol.-% Acetylen - technische Bezeichnung für Ethin

Verunreinigung (Kontamination)

In verschiedenen technischen, industriellen, naturwissenschaftlichen und medizinischen Bereichen spricht man von Kontamination (auch Kontaminierung) bei einer eingetretenen Verunreinigung von Stoffen, Waren, Arzneien, Lebensmittel, Organismen u. a. durch unerwünschte, in der Regel schädliche Stoffe verschiedenster Art. Im Lebensmittelrecht werden solche unerwünschten Stoffe als Kontaminanten eines Lebensmittels bezeichnet.

Siehe auch

  • Reinheitsgebot für Bier in der Lebensmittelchemie
  • ABC-Schutz, dort umfasst der Begriff Kontamination auch die Verunreinigung auf Oberflächen
  • MRSA#Vorsorge, Vermeidung von Kontaminationen im medizinischen Bereich
  • Dekontamination, die Beseitigung von Kontaminationen

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