Scherben

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Dieser Artikel erläutert den keramischen Begriff. Siehe auch Scherbe bzw. Scherben (Film) bzw. für die häufig verkürzend so genannte Band: Ton Steine Scherben.
Datei:Niederrheinische Bauertöpferei.jpg
Fragment einer Niederrheinischen Festtagsschüssel. Deutlich erkennbar ist der hellrote Scherben.

Als den Scherben bezeichnet man in der Keramiker-Fachsprache das für die Herstellung keramischer Erzeugnisse oder keramischer Massen gebrannte Gemisch verschiedener Mineralien und Beimischungen. Die chemische Umwandlung des Grünkörpers (auch Rohling) zum Scherben kann in einem Brand oder mehreren Bränden erfolgen und beginnt bei etwa 650 °C.

Schrühbrand

Der erste Brand (Vor-, Glüh-, Biskuit- oder Schrühbrand) erfolgt je nach Klassifikation der betreffenden Keramik zwischen 800 und 1.000 °C. Nach dem Schrühbrand kann der Scherben nicht mehr durch Wasser oder flüssigen Glasurschlicker aufgeweicht werden.

Glattbrand

Der glasierte Scherben wird beim Zweitbrand (Glatt- oder Glasurbrand) bei 960 bis 1480 °C, wiederum abhängig von der betreffenden Keramik, gebrannt und erhält die endgültige Form und Materialstruktur.

Abweichender Sprachgebrauch in Süddeutschland und Österreich

Im süddeutschen Sprachraum und im österreichischen Deutsch wird mit Scherben umgangssprachlich (ugs.), abwertend oder veraltet ein Topf bzw. der Nachttopf bezeichnet. Hieraus leitet sich ebenfalls ugs. bzw. salopp auch die Redewendung den Scherben aufhaben ab. Das bedeutet, dass jemand sich in einer peinlichen Lage befindet, einen Schaden hat oder großen Ärger bekommt.[1] Im Wiener Dialekt wird der Scherben als Scherbn bzw. Scherm (Scheam gesprochen) genannt. Das Wort Scherben wurde weiter z. B. ins Slowakische als šerbeľ (=Nachttopf) - verniedlicht bzw. verkleinert als šerblík - übernommen.

Einzelnachweise

  1. Eintrag zu Scherbe und Scherben im Österreichischen Wörterbuch, 41. Auflage, ÖBV, Wien 2009.

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