Schülke & Mayr

Schülke & Mayr GmbH
Logo der Schülke & Mayr GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1889
Sitz Norderstedt, Deutschland

Leitung

  • Bertrand Masselot, Thomas Pfützenreuter (Geschäftsführer) [1]
Mitarbeiter 639 [2]
Umsatz 165 Mio. Euro
Branche Chemie
Produkte Desinfektion, Konservierung
Website www.schuelke.com

Die Schülke & Mayr GmbH (seit 2007 nur noch als schülke bezeichnet) ist ein von den Hamburger Kaufleuten Rudolf Schülke und Julius H. Mayr 1889 in Hamburg-Winterhude gegründetes chemisches Unternehmen. Seit 1963 hat die Firma ihren Sitz in Norderstedt.

Geschichte

Werksgelände von schülke in Norderstedt

1889 erwarben die beiden Firmengründer Rudolf Schülke und Julius Mayr von dem österreichischen Apotheker und Chemiker Gustav Adolf Raupenstrauch[3] die Lizenz für die Herstellung des wasserlöslichen Desinfektionsmittels mit dem Markennamen Lysol, welches den Grundstein für die Expansion der Firma legte. 1892 gelang durch den Einsatz von Lysol die Bekämpfung der Cholera-Epidemie in Hamburg. Die Freie und Hansestadt Hamburg überreichte dem Unternehmen hierfür eine Ehrenurkunde. 1913 wurde das erste Markendesinfektionsmittel für den Endverbrauchermarkt eingeführt (Markenname: Sagrotan, ab 1997 übertragen an den englischen Konzern Reckitt Benckiser[4] ). 1924 folgte der Einstieg in den Bereich der Konservierung mit dem ersten Markenbiozid für die Industrie mit dem Markennamen Grotan. Im Jahr 1963 bezog das Unternehmen seinen neuen Hauptsitz in Norderstedt-Glashütte. 1990 wurde das Wund- und Schleimhautantiseptikum octenisept auf Basis des Wirkstoffes Octenidin eingeführt.

Seit 1996 ist Schülke & Mayr Teil der französischen Air-Liquide-Gruppe[5] und zählt heute zu den Marktführern im Bereich der Infektionskontrolle. Nach Neugestaltung der eigenen Corporate Identity nennt sich Schülke & Mayr seit 2007 nur noch schülke. Im Handelsregister ist das Unternehmen aber weiterhin als Schülke & Mayr GmbH eingetragen. Im September 2009 hat schülke ein neues Logistikzentrum am Standort Norderstedt eröffnet.

Geschäftsfelder

Eine handelsübliche Flasche octenisept (50 ml)

Produziert werden heute hauptsächlich Desinfektionsmittel für Oberflächen, Instrumente und die Haut. octenisept ist ein Produkt, welches seit seiner Markteinführung 1990 von schülke hergestellt und vertrieben wird. Des Weiteren stellt das Unternehmen Spezialadditive z.B. für die Konservierung von Schmierstoffen, Farben oder Kosmetika her und bietet Forschungs- und Dienstleistungen an.

Seit den 1990er Jahren wurde das Unternehmen zunehmend internationalisiert und verfügt über zwölf Tochterunternehmen in Europa, Nordamerika und Asien.[2]

Trivia

  • Die ehemaligen Produktionsstätten von Schülke & Mayr in Winterhude wurden 1961 an die Freie und Hansestadt Hamburg verkauft. Im Jahre 1985 wurde festgestellt, dass der Boden dort Phenole, Kresole und Xylenole in Konzentrationen von bis zu 63.000 mg/kg Trockensubstanz und im Grundwasser bis zu 10.000 µg/l enthielt. In einem modifizierten Soilcrete-Verfahren musste – zu Lasten der Stadt – für circa 15 Millionen Euro das kontaminierte Erdreich bis auf eine Tiefe von 19 Metern saniert werden.[6][7]
  • Die Rudolf-Schülke-Stiftung, gegründet 1972 durch die Schülke & Mayr GmbH und benannt nach Mitbegründer Rudolf Schülke, vergibt alle zwei Jahre den Hygiene-Preis an Wissenschaftler, die besondere Problemlösungen im Bereich der Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin erzielt haben.[8]
  • Das im eigenen Logo enthaltene "+" steht laut Unternehmen für den eigenen Slogan "The plus of pure performance".

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Impressum auf schuelke.com
  2. 2,0 2,1 Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens, 2011
  3. Holm-Dietmar Schwarz: Raupenstrauch, Gustav. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 21, Duncker & Humblot, Berlin 2003, S. 208 (Digitalisat).
  4. Deutsches Patent- und Markenamt, Registernummer 165086 (und weitere), www.dpma.de
  5. Norderstedter Unternehmen ist Marktführer, DIE WELT vom 2. Juni 1999 (Abgerufen am 12. Mai 2010)
  6. Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Hamburg: Altlastensanierung Goldbekhaus, abgerufen am 12. Mai 2010
  7. Projektdatenbank im Fachamt R der Behörde für Umwelt und Gesundheit Hamburg: Sanierungssteckbrief Goldbekhaus - Boden
  8. Website der Rudolf-Schülke-Stiftung

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