REA-Gips

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REA-Gips ist Gips, der aus den Abgasen von Rauchgasentschwefelungsanlagen (Abk. "REA") gewonnen wird. Dabei reagiert das in den Abgasen enthaltene Schwefeldioxid mit zusätzlich beigemengtem Kalkstein zu Gips.

Der so gewonnene Gips ist chemisch identisch mit dem in der Natur vorkommenden Gips (Naturgips). Er wird - wie Naturgips - vor allem in der Gips- und Zementindustrie zur Herstellung von Baustoffen wie Gipsputz, Gipskartonplatten oder Gips-Estrich verarbeitet. Weitere Einsatzgebiete sind die als Düngemittel, Bodenverbesserer und zur Produktion von Halbhydrat oder Anhydrid.

Bei modernen REAs ist der Gips von so hoher Qualität und Reinheit und so gering mit Schadstoffen belastet[1][2], dass er bis auf wenige Spezialanwendungen (wie z.B. für medizinische Zwecke) den Naturgips größtenteils oder vollständig ersetzen kann. Hierdurch reduziert sich die Notwendigkeit, den Naturgips in Steinbrüchen abzubauen. Da ein solcher Steinbruch immer ein Eingriff in möglicherweise wertvolle Ökosysteme bedeutet, ist diese Reduzierung aus Sicht des Naturschutzes wünschenswert.[2][3]

In den Industrienationen fällt REA-Gips heute teilweise in Mengen an, die über der Nachfrage liegen, so dass Überschüsse trotz guter Qualität als Abfall deponiert werden müssen. Bei Braunkohlekraftwerken, die in großer Menge REA-Gips produzieren, kann der überschüssige Gips zum Beispiel zum Verfüllen von Restlöchern der Tagebaue benutzt werden, aus denen die Kohle für das Kraftwerk kommt.

Einzelnachweise

  1. Deutsche Bauzeitschrift DBZ 07/2006: Gipsplatten im Holzbau
  2. 2,0 2,1 BUND für Umwelt und Naturschutz: Argumente der Gipsindustrie gegen den Einsatz von REA-Gips auf www.bund.net (abgerufen am 10. September 2009)
  3. Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen: Vereinbarung (...) über die rechtliche Behandlung von (...) REA-Gips vor dem Hintergrund des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes auf www.umwelt.nrw.de

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