Putzit


Putzit

Putzit
Andere Namen
  • IMA 2002-024
Chemische Formel

(Cu,Ag)8GeS6

Mineralklasse Sulfide und Sulfosalze
2.BA.70 (8. Auflage: II/B.08) nach Strunz
02.05.10.01 nach Dana
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin kubisch-hexakistetraedrisch $ \bar{4}3m $ [1]
Farbe eisenschwarz
Strichfarbe schwarz
Mohshärte 3 bis 3,5
Dichte (g/cm3) berechnet: 5,788
Glanz Metallglanz
Transparenz undurchsichtig
Bruch undregelmäßig bis muschelig, spröde
Spaltbarkeit deutlich
Habitus

Putzit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“. Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung (Cu,Ag)8GeS6[2], genauer (Cu4,7Ag3,3)Σ 8GeS6 und wurde bisher nur in Form von undurchsichtigen, eisenschwarzen und metallisch glänzenden Kristallkörnern von wenigen Millimetern Größe gefunden.

Etymologie und Geschichte

Hubert Putz (*1973) entdeckte 2002 bei seinen Forschungen zur Mineralogie des Germaniums der Capillitas Ablagerungen in einer alten Grube nahe der Rosario-Ader (Grubenbezirk Capillitas) im Departamento Andalgalá (Argentinien) ein offensichtlich bisher unbekanntes Mineral. Noch im gleichen Jahr wurden Proben dieses Minerals von einem Forschungsteam der Universität Salzburg bestehend aus Andrew C. Roberts, Peter Berlepsch, Thomas Armbruster, Dan Topa und Georg Zagler unter der Leitung von Professor Dr. Werner H. Paar analysiert und das Ergebnis der International Mineralogical Association (IMA) zur Prüfung eingereicht. Diese bestätigte das Ergebnis und erkannte das Mineral unter der der vorläufigen Bezeichnung „IMA 2002–024“ als eigenständig an. Veröffentlicht wurde das Forschungsergebnis sowie der ebenfalls anerkannte Name allerdings erst 2004 in „The Canadian Mineralogist“.

Der Mineralname wurde vom Forscherteam zu Ehren seines Entdeckers Dr. Hubert Putz gewählt, der sich auch um der Erforschung der Mineralogie des Germaniums der Capillitas Ablagerungen verdient machte.

Klassifikation

In der veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehört der Putzit zur Abteilung der „Sulfide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : Schwefel, Selen, Tellur > 1 : 1“, wo er zusammen mit Argyrodit und Canfieldit eine eigene Gruppe bildet.

Die vollständig überarbeitete und seit 2001 gültige 9. Auflage der Strunz'schen Mineralsystematik unterteilt die Abteilungen weiter nach der Art der beteiligten Kationen und das Mineral ist entsprechend in der Unterabteilung „mit Kupfer (Cu), Silber (Ag) und/oder Gold (Au)“ zu finden. Auch hier bildet es zusammen mit Argyrodit und Canfieldit eine eigene Gruppe mit der Bezeichnung 2.BA.35.

Die im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Putzit ebenfalls in die Klasse der Sulfide (und Verwandte) ein, dort allerdings in die Abteilung der „Sulfide - einschließlich Seleniden und Telluriden - mit der Zusammensetzung Am Bn Xp, mit (m+n):p=3:2“. In dieser ist Putzit das einzige Mitglied der unbenannten Gruppe 2.5.10.

Bildung und Fundorte

Putzit findet sich eingebettet in einer Matrix aus Chalkosin mit Resten von Bornit in Schlotbrekzien und Erzgängen andesitisch-rhyolitischer Vulkanite.

Bisher (Stand: 2010) konnte das Mineral nur an seiner Typlokalität, der „Capillitas Mine“ in Argentinien nachgewiesen werden.[3]

Kristallstruktur

Putzit kristallisiert kubisch in der Raumgruppe mit dem Gitterparameter a = 10.125 Å[4] sowie 4 Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Webmineral - Putzite (englisch)
  2. IMA/CNMNC List of Mineral Names - Putzite (englisch, PDF 1,8 MB; S. 235)
  3. Mindat - Putzite
  4. American Mineralogist Crystal Structure Database - Putzite (englisch, 2004)

Literatur

Weblinks

  • Mineralienatlas:Putzit (Wiki)