Phosphorgips

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Phosphorgipshalde bei Fort Meade, Florida.
Phosphorgipshalde bei Kėdainiai, Litauen.

Als Phosphorgips (auch Phosphogips) bezeichnet man den in der Phosphatindustrie in großen Mengen als Nebenprodukt anfallenden Gips. Auf Grund von Verunreinigungen in den Ausgangsprodukten enthält dieser Gips radioaktive und giftige Verbindungen, wie Spuren von Uran und Seltenerdmetalle. Nur etwa 2 % des Phosphorgipses können weiterverwendet werden, weil er wegen des Aufwandes der Reinigung wirtschaftlich nicht mit anderen Gipssorten konkurrieren kann, der Rest wird meist unter freiem Himmel gelagert und stellt eine potenzielle Umwelt- und Wasserbelastung bzw. -gefährdung dar.[1]

Phosphorgips entsteht entsprechend der Reaktion:

$ \mathrm{Ca_5(PO_4)_3F\ +\ 5\ H_2SO_4\ +\ 10\ H_2O\ \longrightarrow\ 3\ H_3PO_4\ +\ 5\ CaSO_4 \cdot 2\ H_2O\ +\ HF} $

aus Fluorapatit bei der Produktion von Phosphorsäure. Das bei der Reaktion entstandene Fluorwasserstoff entweicht gasförmig und wird zur weiteren Verwendung separat aufgefangen. Die im Phosphaterz vorhandenen Uranverbindungen gehen bei der Reaktion als Salze in die Phosphorsäure über und können daraus als Uran(V,VI)-oxid (U3O8) gewonnen werden. Spuren von Radium lassen sich aus dem hergestellten Phosphorgips mit speziellen Reinigungsverfahren abtrennen.[2]

Einzelnachweise

  1. Bauchemie: Einführung in die Chemie für Bauingenieure und Architekten, von Roland Benedix. books.google.de. Abgerufen am 12. Dezember 2009.
  2. Franz Wirsching: Gips - Naturrohstoff und Reststoff technischer Prozesse, Chemie in unserer Zeit, 19. Jahrg. 1985, Nr. 4, S. 141, ISSN 0009-2851

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