Lherzolith


Lherzolith

Spinell-Lherzolith aus einer „Olivinbombe“ (ein Xenolith). Fundort: Dreiser Weiher, Vulkaneifel.

Lherzolith ist ein ultramafisches Peridotit-Gestein von tiefgrüner bis schwarzgrüner Farbe. Lherzolithe bilden einen Großteil des lithosphärischen Erdmantels und der Asthenosphäre. Sie bestehen hauptsächlich aus Olivin (40–90 Vol%) mit jeweils mindestens 5 % Ortho- und Klinopyroxen sowie einer weiteren Mineralkomponente.

Diese vierte Komponente ist abhängig von der umgebenden Temperatur und dem Druck. In Tiefen bis höchstens 30 km kann dies Plagioklas sein. Dieser Fall tritt im Erdmantel jedoch nur sehr selten auf. In größeren Tiefen bis maximal 55-70 km tritt Spinell-Lherzolith auf, darunter liegt in der Regel Granat-Lherzolith vor.

Die Zusammensetzung des Lherzolith wird insbesondere durch Schmelzprozesse beeinflusst. Diese führen zur Verarmung des Peridotit an sogenannten inkompatiblen Elementen, welche auf Grund ihrer Ionenladung oder -radien nicht in das Kristallgefüge passen und daher bevorzugt in die Schmelze eingehen. So wird Lherzolith z. B. an Riftzonen durch Druckentlastung partiell aufgeschmolzen, wodurch ein Teil der Mineralbestands aus dem Gestein entfernt wird und somit eine Umwandlung in den stark abgereicherten Harzburgit stattfindet.

Nach gängiger Theorie handelt es sich beim Lherzolith des obersten Mantels jedoch bereits selbst um ein abgereichertes Gestein, dessen fehlende Komponenten die kontinentale Erdkruste aufbauen. Es wird vermutet, dass im unteren Erdmantel noch Reservoirs des ursprünglichen pyrolitischen Gesteins (sogenannter primitiver Mantel) existieren.

Der Name Lherzolith ist von dem südfranzösischen Pyrenäen-Ort Étang de Lers (alte Schreibweise: Étang de Lherz) im Département Ariège benannt, wo dieses Gestein zu Beginn des 19. Jahrhunderts zuerst beschrieben wurde.

Literatur

Weblinks