Leonor Michaelis


Leonor Michaelis

Leonor Michaelis (* 16. Januar 1875 in Berlin; † 9. Oktober 1949 in New York City) war ein deutsch-US-amerikanischer Biochemiker und Mediziner.

Leben

Michaelis studierte Medizin in Freiburg und Berlin, wo er 1897 promovierte. Er war Assistent bei Paul Ehrlich (1898 bis 1899), Moritz Litten (1899 bis 1902) und Ernst Victor von Leyden (1902 bis 1906). Ab 1906 leitete er das bakteriologische Labor an der Charité und wurde 1908 zum außerordentlichen Professor ernannt.

1922 folgte er einem Ruf an die Universität Nagoya auf einen Lehrstuhl für Biochemie, ging dann 1926 an die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore und schließlich 1929 ans Rockefeller-Institut für Medizinische Forschung in New York City.[1]

Werk

Bekannt wurde er vor allem durch seine grundlegenden Untersuchungen zur Kinetik enzymatischer Reaktionen, die gemeinsam mit Maud Menten ab 1910 entwickelte Michaelis-Menten-Theorie und die dort eingeführte Michaeliskonstante. Die Arbeiten beruhten auf Untersuchungen des französischen Chemikers Victor Henri.

Daneben untersuchte er auch geeignete Methoden zur Mitochondrienfärbung oder die Michaelis-Gutman-Körper bei Harnwegsinfektionen.

Schließlich erkannte er auch als grundlegendes Prinzip der Dauerwellen die Löslichkeit von Keratin in Thioglycolsäure.

Werke

  • Einführung in die Farbstoffchemie. Berlin 1902.
  • Dynamik der Oberflächen. Dresden 1909.
  • Einführung in die Mathematik für Biologen und Chemiker. Berlin 1912; 3. Aufl. 1927.
  • Die Wasserstoffionenkonzentration. Berlin 1914
  • Praktikum der physikalischen Chemie. Berlin 1921
  • The effects of ions in colloidal systems. Berlin 1925.
  • Die theoretische Grundlage für die Bedeutung der Wasserstoffkonzentration des Blutes. In Handbuch der normalen und pathologischen Physiologie. Band 6, 1. Berlin 1928.

Literatur

  • Michael Engel: Michaelis, Leonor. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 17, Duncker & Humblot, Berlin 1994, S. 435 f.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Albert Gossauer: Struktur und Reaktivität der Biomoleküle, Verlag Helvetica Chimica Acta, Zürich, 2006, S. 451, ISBN 978-3-906390-29-1.