Kronos International

Kronos International
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Rechtsform Incorporated
Gründung 1922
Sitz Dallas / Texas, Leverkusen
Leitung Harold C. Simmons (CEO)
Mitarbeiter 1.940
(Stand: 31. Dezember 2007)[1]
Umsatz 946,1 Mio. USD
(Stand: 31. Dezember 2007)[1]
Branche Chemische Industrie
Produkte Pigmente
Website www.kronostio2.com
Werk von KRONOS Titan in Nordenham

Die KRONOS INTERNATIONAL, Inc. ist ein deutsch-amerikanisches Unternehmen der chemischen Industrie und Produzent von Titandioxid mit Sitz in Dallas und Leverkusen. Die sechs Produktionsstätten befinden sich in fünf Ländern:

  • Deutschland: Leverkusen und Nordenham
  • Norwegen: Fredrikstad
  • Belgien: Langerbrugge
  • USA: Lake Charles
  • Kanada: Varennes

In Norwegen betreibt die Tochtergesellschaft Titania A.S. eine eigene Ilmenit-Mine, aus der der Rohstoff für die Titandioxid-Produktion stammt.

Die KRONOS INTERNATIONAL, Inc. ist weltweit der fünftgrößte Hersteller von Titandioxid-Pigmenten und in Deutschland (über die 100%ige Tochtergesellschaft KRONOS Titan GmbH) größter Produzent. Die Produktionskapazität liegt bei mehr als 500.000 t Titandioxid pro Jahr. Dabei wird sowohl das Sulfat- als auch das Chloridverfahren eingesetzt. Der Name Kronos entstammt der griechischen Mythologie und bezeichnet den jüngsten und stärksten der Titanen.

Die Geschichte des Unternehmens beginnt 1916 mit der nahezu gleichzeitigen kommerziellen Herstellung von Titandioxid in Fredrikstad (Norwegen) und Niagara Falls (USA). Das Pigment aus dem norwegischen Werk wurde bereits unter dem Namen "Kronos Titan White" vermarktet. Diese beiden zunächst unabhängigen Unternehmen wurden 1922 vom US-amerikanischen Mischkonzern National Lead Industries (NL Industries, Inc.) übernommen. 1927 geht nach der Gründung der Titangesellschaft in Leverkusen das erste der beiden Werke in Deutschland in Betrieb. Die Titangesellschaft war damals ein Gemeinschaftsunternehmen der Bayer AG bzw. später der I.G. Farben und der NL Industries. Einen wichtigen Fortschritt des Unternehmens stellte in den Jahren 1938/1939 die erstmalige Herstellung einer Rutil-Modifikation von Titandioxid dar, die heutzutage überwiegend Anwendung findet. Mit Auflösung der I.G. Farben nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Titangesellschaft komplett von NL Industries übernommen und in KRONOS Titan-GmbH umbenannt. In den 1950er und 1960er Jahren wurden neue Produktionsstätten in Belgien, USA und Kanada errichtet. Schließlich wurde 1969 das neueste Werk in Nordenham in Betrieb genommen.

In die Schlagzeilen geriet die KRONOS Titan-GmbH im Jahr 1980, als am 13. Oktober deren Tanker "Kronos" durch Greenpeace-Aktivisten daran gehindert wurde, sogenannte Dünnsäure in die Nordsee zu verklappen. Nach weiteren Protesten von Umweltschützern zog der Konzern die Konsequenzen und praktiziert seitdem ein umweltgerechtes Recycling der metallsalzhaltigen Schwefelsäure.

Der eigenständige Geschäftsbereich KRONOS ecochem befasst sich an den europäischen Standorten des Unternehmens mit der Vermarktung von Eisensalzen, die im Produktionsprozess als Nebenprodukt in großer Menge anfallen, hauptsächlich als Eisen(II)-sulfat. Verwendung finden die Salze zum größten Teil in der Abwasserreinigung (z.B. Fällung von Phosphat) und als Chromatreduzierer in Zement.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Jahresbericht Form 10-K bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC vom 12. März 2008 (PDF), engl., abgerufen 17. März 2008.

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