Kriechversuch

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Der Kriechversuch dient zur Ermittlung der plastischen zeitabhängigen Verformung einer Probe bei (erhöhter) Temperatur unter einer konstanten mechanischen Kraft. Die normgerechte Bezeichnung des Kriechversuchs ist Zeitstandversuch (EN ISO 204 für Metalle, EN ISO 899 für Kunststoffe). Da bei erhöhter Temperatur alle Vorgänge im Gefüge des Werkstoff thermisch aktiviert ablaufen, sind die mechanische Werkstoffkennwerte wie zum Beispiel Zugfestigkeit und Langzeitfestigkeitseigenschaften temperatur- und zeitabhängig. Daher sind zur Werkstoffcharakterisierung Daten der zeitabhängigen Dehnung (Kriechverformung) sowie die der Zeit bis zum Bruch erforderlich, die im Zeitstandversuch ermittelt werden. Je nach dominierendem Gefügemechanismus unterscheidet man bei der plastischen (zeitabhängigen) Verformung zwischen Versetzungs- und Diffusionskriechen.

Ausgehend von den Ergebnissen werden dann Kriechkurven in Zeitdehnschaubildern sowie zeitabhängige Festigkeitswerte und Bruchverformungen in Zeitstandschaubildern dargestellt. Diese Darstellungen sind eine wichtige Grundlage für Beschreibungen des Werkstoffverhaltens unter Hochtemperaturbeanspruchung.

Kriechkurven stellen für gegebene Spannung die Dehnung als Funktion der Zeit dar.

Zeitdehngrenzlinien (bzw. die Zeitbruchgrenzlinie) geben dagegen für definierte Dehnung (bzw. für den Bruch) die zulässige Spannung als Funktion der Zeit an, die der Werkstoff bis zum Erreichen der betreffenden Dehnung (bzw. bis zum Bruch) standhält.

Ein verwandter Versuch ist der Relaxationsversuch, bei dem bei konstanter Dehnung die zeitliche Abnahme der Spannung erfasst wird.

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