Kimberlit

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Kimberlit-Stück aus Nord-Ontario, Kanada

Der Kimberlit ist ein olivin- und phlogopithaltiges, blaugrün bis schwarzes ultramafisches Gestein magmatischen Ursprungs, das zur Gruppe der Peridotite gerechnet wird und akzessorisch Diamanten führen kann. Weitere Bestandteile sind Orthopyroxen, Klinopyroxen, Rutil, Perowskit und pyropreicher Granat. Die Zusammensetzung von Kimberlit entspricht der seines Ursprungsgebietes, dem Oberen Erdmantel. Die Dichte liegt zwischen 3,3 und 5,7 g/cm³.

Kimberlit aus Südafrika

Etymologie

Der Kimberlit wurde nach der südafrikanischen Stadt Kimberley benannt.[1] Die erste wissenschaftliche Beschreibung und Namensprägung des Gesteins stammt von Henry Carvill Lewis und wurde 1887 veröffentlicht. Das Probenmaterial dazu kam aus der Dutoit's-Pan-Mine in Kimberley.[2]

Entstehung und Abbau

Das Gestein wird durch die so genannten Pipes an die Oberfläche befördert. Hierbei handelt es sich um sehr tief reichende, senkrechte Schlote vulkanischen Ursprungs. Aus diesem Grund treten Kimberlite an der Erdoberfläche fast vollständig als vulkanische Trümmergesteine (Brekzien) auf. Nur in den Wurzelzonen der Pipes findet sich Kimberlit auch als erstarrtes Ganggestein. Je nach der konkreten Ausbildung werden massive Kimberlite (überwiegend Lagergänge und Gänge), intrusive Kimberlit-Brekzien und Kimberlit-Tuffe unterschieden.
Es enthält neben Diamanten auch Bruchstücke von anderem Fremdgestein (Xenolithe), die von den Eruptionen aus der tiefen Erdkruste mit in die Höhe gerissen wurden, vor allem Eklogit. Dort, wo die Kimberlite unter eher ruhigen Bedingungen in Spalten und Gänge eingedrungen sind, finden sich übrigens keine Diamanten. Das zunächst bläulich-grüne Gestein (Blue Ground) nimmt unter dem Einfluss der Verwitterung an der Erdoberfläche eine gelblich-braune Färbung an (Yellow Ground).

Entstanden sind die meisten heutigen Kimberlite vor 70 bis 150 Millionen Jahren, der älteste Kimberlit allerdings schon vor ca. 1,2 Milliarden Jahren. Sie kommen in Afrika, Australien, Nordamerika, Indien, Brasilien und Sibirien vor. Allgemein ist das Auftreten von Kimberliten an kratonische Kontinentalblöcke gebunden.

Bei ausreichendem Gehalt können Kimberlitschlote primäre Lagerstätten für Diamanten darstellen. Verwittert der diamantführende Kimberlit, so können die durch Wasser umgelagerten Diamanten sekundäre Lagerstätten (z. B. Seifenlagerstätten in Bächen, Flüssen und an Küsten) bilden.

Geschichte

Der erste Kimberlit wurde in Südafrika gefunden. Später fand man auch in Sibirien diamantführende Kimberlite, Sierra Leone folgte 1961.

Siehe auch

Literatur

  • Wolfhard Wimmenauer: Petrographie der magmatischen und metamorphen Gesteine. Stuttgart (Enke) 1985 ISBN 3-432-94671-6.

Weblinks

 Commons: Kimberlit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Einzelnachweise

  1. Ludwig Pfeiffer, Manfred Kurze, Gerhard Mathé: Einführung in die Petrologie. Berlin 1981, S. 144
  2. W. Ehrenreich Tröger: Spezielle Petrographie der Eruptivgesteine. Berlin 1935, S. 297

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