Karl Pfizer

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Charles Pfizer

Karl Pfizer (auch: Charles Pfizer) (* 22. März 1824 in Ludwigsburg; † 19. Oktober 1906 in Newport (Rhode Island)) war ein deutscher Chemiker. Karl war das fünfte Kind eines Konditormeisters. Als Forty-Eighter emigrierte der Apothekerlehrling in die USA und gründete 1849 mit seinem Vetter Charles Erhart in Williamsburg in Brooklyn den Pharmakonzern Pfizer.

Karl Pfizer und Charles Ehrhardt borgten sich 2500 Dollar von Pfizers Vater und kauften ein kleines Gebäude in der Bartlett Street in Williamsburg / Brooklyn. Dort produzierten sie die Chemikalie Santonin gegen parasitäre Würmer. Nach und nach erweiterten sie ihre Produktserie, beispielsweise um Jodsalze. 1857 war das Gebäude zu klein geworden und im Stadtzentrum von Manhattan wurde ein neues Büro eröffnet. Elf Jahre später wurde das Büro in die Maiden Lane 81 in der Nähe der Wall Street verlegt. Hier wurde 1878 eines der ersten Telefone der Stadt installiert.

Bis 1860 produzierte die Firma Borax und Borsäure und war der erste wichtige Produzent dieser Chemikalien in den Vereinigten Staaten.

Während des Bürgerkrieges ermöglichte ein Schutzzoll gegen importierten Weinstein, die lokale Produktion des Cremor Tartari aus Weinstein zu beginnen. Weinsäure wurde als Medizin auf den Schlachtfeldern eingesetzt, um die Wunden und Krankheiten der Unions-Soldaten zu behandeln.

Pfizer war oft in Europa, um den Kontakt mit seinen Rohstofflieferanten zu pflegen. Dabei lernte er seine Frau Anna Hausch kennen und heiratete sie 1859 in Ludwigsburg. Sie hatten fünf Kinder, von denen zwei (Charles jun. und Emile) die Firma weiterführten. Die Firma expandierte in der Nachkriegszeit mit der hauptsächlichen Herstellung von synthetischer Zitronensäure und begann mit der Herstellung von Antibiotika. Die Firma Pfizer setzte im Jahr 2009 weltweit 50,1 Mrd. USD um.[1]

Literatur

  • Michael Rehs: Wurzeln in fremder Erde: Zur Geschichte der südwestdeutschen Auswanderung nach Amerika DRW-Verlag, 1984, ISBN 3-8718-1231-5

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Pfizer: Annual Review 2009, pdf (englisch)

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