Jahrmillion

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Die Jahrmillion ist eine in der Astronomie und Geologie oft verwendete Zeiteinheit von einer Million Jahren. Sie wird auch mit Mio. J. oder in der Fachliteratur in Anlehnung an die SI-Einheiten mit Ma („Mega-Jahren“) abgekürzt. Entsprechend gibt es auch Ga für Milliarden Jahre, eine Angabe von ka für tausend Jahre wird aber praktisch nicht benutzt.

Da die menschliche Vorstellungskraft bei so langen Zeiträumen versagt, wird die Jahrmillion häufig durch Vergleiche anschaulich gemacht. 1 000 000 Jahre sind unter anderem:

  • 200 mal länger als der Zeitraum unserer Geschichtsschreibung (der ab 3000 v. Chr. gerechnet sei)
  • etwa tausendmal länger als die langlebigste Hochkultur
  • etwa 35.000 Generationen
  • einige Prozent der Dauer einer Gebirgsbildung.

Geologisch interessierte Personen können sich an folgende Überlegung halten: alle scheinbar so festen Gesteine wie Granit oder Schiefer verhalten sich gegenüber sehr langsamen Verbiegungen plastisch. Erst wenn diese mehr als etwa 1 mm pro Jahr ausmacht, brechen sie.

  • Im Hochgebirge sind manchmal große Falten im Gestein eines steilen Berghanges zu sehen. Sind diese 1.000 m hoch, dauerte ihre Entstehung also rund 1 Million Jahre.
  • Die Alpen heben sich seit Jahrmillionen noch immer - derzeit um etwa 1 bis 2 mm pro Jahr. Das ist etwa 10-mal langsamer als ein Baumstamm an Dicke zunimmt.
  • In 1 Jahrmillion „wachsen“ die Alpen also, eine gleich bleibende Wachstumsrate vorausgesetzt, um 1.000 bis 2.000 m.
  • Gleichzeitig werden sie mit einer ähnlichen Rate von Wind, Wasser und Eis abgetragen - indem von jedem Gipfel z. B. während 1000 Jahren eine ein bis zwei Meter dicke „Schicht“ an Felsblöcken in die Tiefe stürzt.

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