Influenzmaschine


Influenzmaschine

Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht allgemeinverständlich formuliert. Die Mängel sind unter Diskussion:Influenzmaschine beschrieben. Wenn du diesen Baustein entfernst, begründe dies bitte auf der Artikeldiskussionsseite und ergänze den automatisch erstellten Projektseitenabschnitt Wikipedia:Unverständliche Artikel#Influenzmaschine um {{Erledigt|1=~~~~}}.
Influenzmaschine (Wimshurstmaschine) in Betrieb

Influenzmaschinen sind elektrostatische Generatoren, die zur Spannungserzeugung das Prinzip der Trennung elektrischer Ladungen durch Influenz nutzen. Im Gegensatz zu elektrodynamischen Generatoren nutzen Influenzmaschinen die Kraftwirkung des elektrischen Feldes auf elektrische Ladungen.

Geschichtliche Entwicklung und Typen

Elektrophor

Der schwedische Physiker Johan Carl Wilcke beschrieb 1762 erstmals den sogenannten Elektrophor, der als erste Influenzmaschine gilt. Alessandro Volta entwickelte ihn 1775 weiter, sodass er für Experimente besser genutzt werden konnte. Der ursprüngliche Elektrophor liefert konstruktionsbedingt keine kontinuierliche Gleichspannung.

Im Jahre 1865 mechanisierte Wilhelm Holtz die Funktionsweise des Elektrophors, um kontinuierliche Gleichspannungen zu liefern. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts lieferten Influenzmaschinen dauerhaftere und gleichmäßigere Hochspannung als die zuvor verwendeten Elektrisiermaschinen, die Reibungselektrizität nutzten.

Kelvin-Generator

Eine eigene Form der Nutzung von Influenz hat Lord Kelvin 1867 mit seinem Kelvin-Generator gefunden. In diesem so genannten Wassertropfengenerator wird die Influenzierung von Wassertropfen zur Trennung elektrischer Ladungen eingesetzt, wodurch Spannungen von bis zu 20 kV erzeugt werden können.

Wimshurstmaschine

Der Erfinder James Wimshurst konstruierte ab 1878 die nach ihm benannte Wimshurstmaschine mit mehreren parallel auf einer Achse angebrachten und gegensinnig rotierenden Scheiben, die eine kontinuierliche Gleichspannung liefern konnte. Sie diente unter anderem zur Stromversorgung von Röntgenröhren. Damit können Spannungen bis ca. 100 kV erzeugt werden. Für größere Spannungen reicht in typischen Aufbauten die Längen der Isolationsstrecken nicht mehr aus, und es kommt zu Überschlägen.

Pelletron

Modernste Vertreter der Influenzmaschine sind Pelletrons, die in Teilchenbeschleunigern zum Einsatz kommen. Sie gleichen in ihrem Aufbau einem Bandgenerator, besitzen jedoch anstelle des Bandes eine isolierende Kette, an der Rohrstücke oder Kugeln befestigt sind. Pelletrons können Spannungen bis zu 32 MV erzeugen.

Funktionsweise

Allgemein

Alle Influenzmaschinen beruhen auf dem Prinzip der Ladungsverschiebung und -trennung, indem von der Umgebung isolierte und elektrisch leitfähige, meist metallische Körper im Einflussbereich elektrischer Felder bewegt werden. Infolge der Wirkung des elektrischen Feldes auf elektrische Ladungen im metallischen Körper kommt es dabei aufgrund der Influenz zu einer Ladungsverschiebung innerhalb des metallischen Leiters. Durch eine entsprechende räumliche Bewegung des metallischen Leiters, wobei Arbeit gegen die elektrischen Feldkräfte verrichtet werden muss, kombiniert mit zeitlich synchronisierten elektrischen Kontakt- und Trennvorgängen, welche je nach Typ der Influenzmaschine verschiedenartig ablaufen, werden so Gleichspannungen im Bereich einiger 100 V bis zu 100 kV erzielt.

Höhere Spannungen sind mit einfachen Demonstrationsgeräten nicht erreichbar, weil die Isolationswiderstände der Aufbauten dafür zu gering sind, und weil es außerdem zu Sprühentladungen wie der Koronaentladungen an den spitzen Ecken und Kanten der elektrischen Leiter kommt, weil die räumlichen Abstände für höhere Spannungen zu gering sind.

In einer Influenzmaschine wird folgender Ablauf durchlaufen:

  • Verringern des Abstandes zu anderen Körpern, die entgegengesetzt geladen sind
  • Annähern einer Hilfsladung (Einwirken eines äußeren elektrischen Feldes)
  • Kontaktieren auf der abgewandten Seite
  • Entfernen der Hilfsladung
  • Vergrößerung des Abstandes zu anderen Körpern
  • Übertragung der Ladung auf den Ausgang bzw. in einen Kondensator

Wimshurstmaschine

Im Regelfall wird versucht, die hin- und hergehende Bewegung durch eine rotierende zu ersetzen, um die Kräfte beim Beschleunigen und Bremsen zu eliminieren. Auf diese Weise gelangt man beispielsweise zu einem Aufbau wie bei der Wimshurstmaschine mit zwei gegensinnig rotierenden Scheiben aus isolierendem Plexiglas mit aufgeklebten Metallfolien.

Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad η

$ \eta = \frac{\text{elektrische Energie}}{\text{zugefuehrte mechanische Energie}} $

liegt bei nur wenigen Prozent. Aus diesem Grund haben Influenzmaschinen als elektrische Maschinen, außer im Bereich der Ausbildung und als Demonstrationsgerät, keine wesentliche technische Bedeutung.

Pseudowissenschaftliche Beschreibungen

Aufgrund der manchmal nicht offensichtlichen Funktionsweise von Influenzmaschinen halten sich hartnäckig Gerüchte, nach denen Effekte außerhalb der bekannten Physik für deren Funktion verantwortlich sein sollen. Jedoch sind dafür keine anderen als die in der Elektrostatik bekannten Gesetzmäßigkeiten nötig. In einigen Sekten und in Parawissenschaften werden Abwandlungen von Influenzmaschinen als Basis von Antrieben für fliegende Untertassen (sogenannte „Levitationsscheiben“) oder als Overunity-Maschinen zur Energiegewinnung gezeigt.

Literatur

  •  Gottlieb Christoph Bohnenberger: Beschreibung unterschiedlicher Elektrizitätsverdoppler von einer neuen Einrichtung, nebst einer Anzahl von Versuchen über verschiedene Gegenstände der Elektrizitätslehre, etc.. Tübingen 1798.
  •  Wilhelm Holtz: Über eine neue Elektrisirmaschine.. In: Johann Poggendorff, C. G. Barth (Hrsg.): Annalen der Physik und Chemie. 126, Leipzig 1865, S. 157 - 171.
  •  Wilhelm Holtz: Über die höhere Ladung isolierender Flächen durch Seitenanziehung und die Übertragung dieses Princips auf die Construction von Influenz-maschinen.. In: Johann Poggendorff, C. G. Barth (Hrsg.): Annalen der Physik und Chemie. 130, Leipzig 1867, S. 128 - 136.
  •  Wilhelm Holtz: Zur Influenzmaschine. In: F. Poske (Hrsg.): Annalen der Physik und Chemie. Julius Springer, Berlin 1904 (siebzehnter Jahrgang, viertes Heft).
  •  O. Lehmann: Dr. J. Fricks physikalische Technik. 2, Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig 1909, S. 797 (Abteilung 2).
  •  F.Poske: Neue Formen von Influenzmaschinen.. In: F. Poske (Hrsg.): Zeitschrift für den physikalischen und chemischen Unterricht. Julius Springer, Berlin 1893 (siebter Jahrgang, zweites Heft).

Weblinks