Germain Henri Hess

Erweiterte Suche

Germain Henri Hess.

Germain Henri Hess (* 7. August 1802 in Genf; † 30. Novemberjul./ 12. Dezember 1850greg. in Sankt Petersburg) war ein schweizerisch-russischer Chemiker und Mineraloge.

Leben

Hermann Heinrich Hess wurde am 7. August 1802 in Genf als Sohn eines Schweizer Malers geboren. Mit drei Jahren zog Hess mit seiner Familie nach Russland in die Nähe von Moskau, wo er auf einem Gut lebte. Im Alter von 15 Jahren ging Hess auf das Gymnasium in Dorpat, Estland. Zwei Jahre später, 1822, bekam er dort den Abschluss mit bestandener Reifeprüfung und begann im selben Jahr mit seinem Studium an der Universität Dorpat. Drei Jahre später promovierte er.

Aufgrund der großen Fähigkeiten die Hess zeigte, durfte er einige Monate an der Universität Stockholm mit einem der bekanntesten Chemikern (Jöns Jakob Berzelius) zusammenarbeiten. Nach der Studienzeit in Stockholm kehrte Hess nach Russland zurück. In der Stadt Irkutsk (Sibirien) nahm er den Beruf als Arzt auf mit Schwerpunkt auf Geburtshilfe und seltene Augenkrankheiten. Er blieb allerdings während dieser Zeit auch seinen Vorlieben für Mineralogie und Chemie treu, unternahm mehrere Forschungsreisen in den Ural und zum Baikalsee und untersuchte und beschrieb die dort gefundenen Minerale, Salzlagerstätten und Mineralwässer.

Ende des Jahres 1828 wurde Hess als Assistent in der Chemie der St. Petersburger Akademie der Wissenschaften gewählt. Daraufhin gab er Anfang 1829 seine Arztpraxis auf und zog nach St. Petersburg, um dort seine Tätigkeit an der Akademie aufzunehmen. In dieser Zeit brachte Hess ein zweibändiges Lehrbuch heraus, welches er mit „Grundlagen der reinen Chemie“ betitelte. Es wurde über Jahre hinweg als russisches Standardwerk der Chemielehre angesehen. Nur vier Jahre später wurde zu einem ordentlichen Mitglied der Akademie.

In den 1830er Jahren befasste sich Hess zunehmend mit den Wärmemengen, die häufig bei chemischen Reaktionen auftreten. Außerdem untersuchte er verschiedenste organische Stoffe, wie zum Beispiel Zucker. Ende der dreißiger Jahre widmete er sich jedoch vollständig der Analyse von Wärmeentwicklungen bei chemischen Reaktionen. Seine Ergebnisse veröffentlichte Hess ab 1840 an der Petersburger Universität. In diesen Arbeiten formulierte Hess den heute als Hess'scher Wärmesatz bekannten Satz, „dass bei verschiedenartigen chemischen Umsätzen eines Stoffes A mit einem anderen Stoff B die ausgetauschten Wärmemengen jeweils konstant und unabhängig vom Wege seien, auf dem die entsprechenden Reaktionen durchgeführt wurden.“.

Ehrungen

Das Mineral Hessit ist nach ihm benannt.

Weblinks

Die cosmos-indirekt.de:News der letzten Tage

20.09.2023
Sterne | Teleskope | Astrophysik
JWST knipst Überschall-Gasjet eines jungen Sterns
Die sogenannten Herbig-Haro-Objekte (HH) sind leuchtende Gasströme, die das Wachstum von Sternbabies signalisieren.
18.09.2023
Optik | Quantenphysik
Ein linearer Weg zu effizienten Quantentechnologien
Forschende haben gezeigt, dass eine Schlüsselkomponente für viele Verfahren der Quanteninformatik und der Quantenkommunikation mit einer Effizienz ausgeführt werden kann, die jenseits der üblicherweise angenommenen oberen theoretischen Grenze liegt.
17.01.1900
Thermodynamik
Effizientes Training für künstliche Intelligenz
Neuartige physik-basierte selbstlernende Maschinen könnten heutige künstliche neuronale Netze ersetzen und damit Energie sparen.
16.01.1900
Quantencomputer
Daten quantensicher verschlüsseln
Aufgrund ihrer speziellen Funktionsweise wird es für Quantencomputer möglich sein, die derzeit verwendeten Verschlüsselungsmethoden zu knacken, doch ein Wettbewerb der US-Bundesbehörde NIST soll das ändern.
15.01.1900
Teilchenphysik
Schwer fassbaren Neutrinos auf der Spur
Wichtiger Meilenstein im Experiment „Project 8“ zur Messung der Neutrinomasse erreicht.
17.09.2023
Schwarze Löcher
Neues zu supermassereichen binären Schwarzen Löchern in aktiven galaktischen Kernen
Ein internationales Team unter der Leitung von Silke Britzen vom MPI für Radioastronomie in Bonn hat Blazare untersucht, dabei handelt es sich um akkretierende supermassereiche schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien.
14.09.2023
Sterne | Teleskope | Astrophysik
ESO-Teleskope helfen bei der Lösung eines Pulsar-Rätsels
Durch eine bemerkenswerte Beobachtungsreihe, an der zwölf Teleskope sowohl am Erdboden als auch im Weltraum beteiligt waren, darunter drei Standorte der Europäischen Südsternwarte (ESO), haben Astronom*innen das seltsame Verhalten eines Pulsars entschlüsselt, eines sich extrem schnell drehenden toten Sterns.
30.08.2023
Quantenphysik
Verschränkung macht Quantensensoren empfindlicher
Quantenphysik hat die Entwicklung von Sensoren ermöglicht, die die Präzision herkömmlicher Instrumente weit übertreffen.
30.08.2023
Atomphysik | Teilchenphysik
Ein einzelnes Ion als Thermometer
Messungen mit neuem Verfahren zur Bestimmung der Frequenzverschiebung durch thermische Strahlung an der PTB unterstützen eine mögliche Neudefinition der Sekunde durch optische Uhren.