Fritz Peter Schäfer

Erweiterte Suche

Fritz Peter Schäfer (* 15. Januar 1931 in Hersfeld; † 25. April 2011[1]) war ein deutscher Physiker. Er war Professor für Laserphysik und Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen.

Leben

Nach seinem Abitur 1951 in Bad Hersfeld und einem halbjährigen Industriepraktikum studierte er Physik an der Universität Marburg. 1957 wurde er Diplomphysiker mit einer Diplomarbeit am Institut für Physikalische Chemie bei Hans Kuhn. Für seine Promotion, die er 1960 erlangte, schrieb er eine Arbeit über Elektronensysteme großer organischer Farbstoffmoleküle. Dafür entwickelte er einen Analogrechner weiter. Als Wissenschaftlicher Assistent am Institut baute er 1963 den 1960 von Theodore Maiman erfundenen Rubinlaser nach. Damit setzte er seine Untersuchungen an Farbstoffmoleküle fort. 1966 entwickelte er den Farbstofflaser (wie unabhängig etwa gleichzeitig Peter Sorokin bei IBM), der auf einem breiteren Spektralband einsatzfähig war. 1967 habilitierte er sich.

Fritz Peter Schäfer wurde 1969 zum Professor ernannt und wurde Abteilungsleiter am Institut für Physikalische Chemie. 1970 wurde er als Direktor an das Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie berufen und baute dort die Abteilung für Laserphysik auf. 1987 gründete er mit zwei Kollegen das Laser-Laboratorium Göttingen, welches eine Verbindung zwischen Forschung und Industrie herstellte. Um 1990 forschte er besonders über Röntgenlaser. 1994 wurde er emeritiert.

Fritz Peter Schäfer war ab 2001 Geschäftsführer der zur Entwicklung von Kreuzfahrtluftschiffen gegründeten LoftyCruiser GmbH & Co. KG.

Schäfers Arbeit wurde zunächst in den Applied Physics Letters zurückgewiesen mit dem Argument, die Erfindung wäre schon von Sorokin publiziert worden. Sorokin sorgte aber als Gutachter (Referee) bei der nochmaligen Einreichung der Arbeit von Schäfer dafür, dass diese publiziert wurde.[2]. Schäfer erkannte als Erster einen wichtigen Aspekt der Farbstofflaser - deren Durchstimmbarkeit.[3]

Auszeichnungen und Ehrungen

Schäfer erhielt den Ehrendoktor der Universitäten Szeged in Ungarn und Jena und war Honorarprofessor der Universitäten Marburg und Göttingen.

Er war Mitglied der von 1987 bis 1990 bestehenden Akademie der Wissenschaften zu Berlin und ist außerordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Er war korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz und Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Er war ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.

  • 1968: Haberpreis der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie
  • 1984: Werner-von-Siemens-Ring
  • 1985: IBM-Europe Science and Technology Prize
  • 1986: Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis
  • 1988: Bundesverdienstkreuz I. Klasse
  • 1989: Niedersachsenpreis für Wissenschaft
  • 1991: Max-Planck-Forschungspreis, gemeinsam mit Michael Hannam Key

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Traueranzeige im Göttinger Tageblatt online auf gt-trauer.de abgerufen am 2. Mai 2011
  2. Fritz P. Schäfer, Werner Schmidt, Jürgen Volze: Organic dye solution laser. In: Appl. Phys. Lett., Band 9, 1966, S. 306
  3. Erster Farbstofflaser, Deutsches Museum, pdf

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

01.09.2021
Quantenoptik | Teilchenphysik
Lichtinduzierte Formänderung von MXenen
Licht im Femtosekundenbereich erzeugt schaltbare Nanowellen in MXenen und bewegt deren Atome mit Rekordgeschwindigkeit.
30.08.2021
Astrophysik | Optik
Neue mathematische Formeln für ein altes Problem der Astronomie
Dem Berner Astrophysiker Kevin Heng ist ein seltenes Kunststück gelungen: Auf Papier hat er für ein altes mathematisches Problem neue Formeln entwickelt, die nötig sind, um Lichtreflektionen von Planeten und Monden berechnen zu können.
31.08.2021
Quantenoptik | Thermodynamik
Ein Quantenmikroskop „made in Jülich“
Sie bilden Materialien mit atomarer Präzision ab und sind vielseitig einsetzbar: Forschende nutzen Rastertunnelmikroskope seit vielen Jahren, um die Welt des Nanokosmos zu erkunden.
30.08.2021
Quantenphysik | Thermodynamik
Extrem lang und unglaublich kalt
Bei der Erforschung der Welleneigenschaften von Atomen entsteht am Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen für wenige Sekunden einer der „kältesten Orte des Universums“.
25.08.2021
Quantenoptik
Laserstrahlen in Vakuum sichtbar gemacht
Einen Lichtstrahl kann man nur dann sehen, wenn er auf Materieteilchen trifft und von ihnen gestreut oder reflektiert wird, im Vakuum ist er dagegen unsichtbar.
18.08.2021
Quantenphysik
Suprasolid in eine neue Dimension
Quantenmaterie kann gleichzeitig fest und flüssig, also suprasolid sein: Forscher haben diese faszinierende Eigenschaft nun erstmals entlang zweier Dimensionen eines ultrakalten Quantengases erzeugt.
18.08.2021
Teilchenphysik
Verwandlung im Teilchenzoo
Eine internationale Studie hat in Beschleuniger-Daten Hinweise auf einen lang gesuchten Effekt gefunden: Die „Dreiecks-Singularität“ beschreibt, wie Teilchen durch den Austausch von Quarks ihre Identität ändern und dabei ein neues Teilchen vortäuschen können.
18.08.2021
Plasmaphysik
Ein Meilenstein der Fusionsforschung
Am Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) in Kalifornien ist in diesen Tagen ein Durchbruch in der Fusionsforschung geglückt.
16.08.2021
Festkörperphysik | Quantenoptik
Ultraschnelle Dynamik in Materie sichtbar gemacht
Ein Forschungsteam hat eine kompakte Elektronen-„Kamera“ entwickelt, mit der sich die schnelle innere Dynamik von Materie verfolgen lässt.
16.08.2021
Elektrodynamik | Teilchenphysik
Wie sich Ionen ihre Elektronen zurückholen
Was passiert, wenn Ionen durch feste Materialien geschossen werden?