Clevudin


Clevudin

Strukturformel
Struktur von Clevudin
Allgemeines
Freiname Clevudin
Andere Namen
  • 1-(2-Desoxy-2-fluor-β-
    L-arabinofuranosyl)thymin
  • 1-[(2S,3R,4S,5S)-3-Fluor-4-hydroxy- 5-(hydroxymethyl)oxolan-2-yl]- 5-methylpyrimidin-2,4-dion
Summenformel C10H13FN2O5
CAS-Nummer 163252-36-6
ATC-Code

J05AF12

Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Virustatikum

Eigenschaften
Molare Masse 260,22 g·mol−1
Schmelzpunkt

184-185 °C [1]

Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine Einstufung verfügbar

H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Clevudin, L-FMAU (kurz für 1-(2-Fluoro-5-methyl-β, L-arabinofuranosyl)uracil)) ist ein chemisches Analogon des Nukleosids Thymidin, bzw. seines spiegelbildlich aufgebauten Enantiomers Telbivudin, da es, wie dieses, die umgekehrte Stereokonfiguration von Thymidin besitzt. Es ist ein Virustatikum aus der Gruppe der Nukleosid-Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI) und soll als Arzneistoff zur Behandlung von Hepatitis B eingesetzt werden.

Versuchte Einführung als Medikament

Der Arzneistoff wurde 2006 als Levovir® in Südkorea zur Verwendung gegen Hepatitis B durch den Hersteller Bukwang von den dortigen Behörden zugelassen. [3][4]

Seit Ende 2009 wurde jedoch über das Auftreten von Myopathie (Muskelschwäche) bei Patienten berichtet, die über 6-8 Monate mit Clevudin behandelt wurden. [5][6] Die Phase-III QUASH studien zur Behandlung von Hepatitis B in den USA wurde daraufhin von Pharmasset Inc. eingestellt [4] Dabei soll die Mehrzahl der Fälle erst nach einem Jahr Behandlung aufgetreten sein. Die Nebenwirkung soll auftreten, weil Clevudin nicht nur in die virale, sondern auch in mitochondriale DNA eingebaut wird. [4]

Pharmakologie

Das Nukleosid Clevudin wird in der Zelle zum Nukleotid phosphoryliert. In Konkurrenz mit dem natürlichen Nukleotid Desoxythymidintriphosphat (dTTP) wird Clevudin-triphosphat in die DNA von Viren eingebaut. Der Einbau des Fluor-nukleosidtriphosphats führt zum Kettenabbruch und zur Hemmung der virale reverse Transkriptase.

Literatur

  • Analytik:
    • J. Med Chem 2001 Oct 25; 44(22): 3541–4.
    • Biochem Pharmacol 1998 May 15;55(10)1611–9.
  • Synthese:
    • Nucleosides Nucleotides 1999 Feb; 18(2) 187–95.
    • J. Med Chem 1997 Aug 15; 40(17): 2750–4.
  • Pharmakologie:
    • Curr Opin Investig Drugs 2000 Nov; 1(3): 308–13.
    • Triangle Pharmaceuticals, Inc.-Hepatitis B.
    • Hepatology 2001 Jan; 33(1): 254-266.
  • Verwendung:
    • H.Klinker; Neue Krankheitsbilder- Hepatitis B und C- Koinfektion (24. September 2002).

Einzelnachweise

  1. The Merck Index. An Encyclopaedia of Chemicals, Drugs and Biologicals. 14. Auflage, 2006, S. 394−395, ISBN 978-0-911910-00-1.
  2. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  3. Bukwang Launches New Hepatitis Drug. pharmaceuticalsinsight.com (November 2006). Abgerufen am 5. Juli 2012.
  4. 4,0 4,1 4,2 Myopathy and neuropathy associated with nucleos(t)ide analog therapy for hepatitis B Fleicher, R.; Lok, A. Journal of Hepatology, 51 (4), 2009, 787-791.
  5. Clevudine myopathy in patients with chronic hepatitis B (Case Report) Journal of Hepatology, 51 (4), 2009, 829-834.
  6. Long-term therapy with clevudine for chronic hepatitis B can be associated with myopathy characterized by depletion of mitochondrial DNA Seok et al. Hepatology, 2009, 49 (6), 2080–2086.
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