Arcitumomab

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Arcitumomab ist ein Arzneimittel auf der Basis eines Fragmentes eines murinen monoklonalen Antikörpers, der mit dem Radioisotop Technetium (99m Tc) verbunden ist. Arcitumomab ist ein Immunkonjugat, das als Diagnostikum in der Onkologie eingesetzt wird.

Bei dem Antikörper handelt es sich um ein Fab-Fragment von IMMU-4, einem murinen IgG1 monoklonalen Antikörper, der aus dem Bauchwasser von Mäusen durch Aufreinigung gewonnen wird. Dazu wird das Bauchwasser mit Pepsin versetzt, um aus dem IMMU-4 die F(ab')2 Fragmente und danach letztlich das 50 kDa schwere Arcitumomab zu produzieren.

Arcitumomab wurde unter dem Warenzeichen CEA-Scan von Immunomedics vertrieben; die Erlaubnis zum Vertrieb wurde im Jahr 2005 von der EMA zurückgezogen.[1]

Wirkmechanismus

Das Carcinoembryonales Antigen (CEA) ist ein Protein, das von vielen Tumorzellen an der Oberfläche überexprimiert ist. Insbesondere exprimieren über 95 % aller kolorektalen Karzinome CEA. Für solche Tumoren kann Arcitumomab als In-vivo-Diagnostikum eingesetzt werden, um eine Prognose über die Aufnahme des Wirkstoffes und den Krankheitsverlauf zu erhalten. Kombiniert mit einer Single-Photon-Emissionscomputertomographie (SPECT) liefert es spezifische hochauflösende funktionelle Bilder, die beim Kolonkarzinom Lokalisation, Ausmaß einer Remission und/oder Metastasenentwicklung sichtbar machen.[2]

Dosierung

Die Ampullen mit Arcitumomab enthalten in der Lieferform kein Technetium. Unmittelbar vor der intravenösen Applikation wird mit Natriumpertechnetat-Lösung aus einem Technetiumgenerator eluiert, rekonstituiert und mit physiologischer Kochsalz-Injektionslösung verdünnt. Für Erwachsene wird eine Einzelinjektion von 1 mg, mit 750 bis 1000 MBq 99mTc markiertem Fab’-Fragment empfohlen. Die radioaktiv markierte Lösung (5 bis 10 ml) sollte als intravenöse Injektion über einen Zeitraum von ca. 30 Sekunden erfolgen.

Die Halbwertszeit von 99mTc beträgt 6,02 Stunden. Bei dem Zerfall werden Gammaquanten mit 140,5 keV erzeugt, die per SPECT detektiert und ausgewertet werden.

Einzelnachweise

  1. Seite zum Wirkstoff bei EMA
  2. M. J. Goldstein, E. P. Mitchell: Carcinoembryonic antigen in the staging and follow-up of patients with colorectal cancer. In: Cancer investigation. Band 23, Nummer 4, 2005, S. 338–351, ISSN 0735-7907. PMID 16100946. (Review).

Literatur

  • Hansen HJ et. al.,Preclinical evaluation of an ‘instant’ 99mTc-labeling kit for antibody imaging., in Cancer Res., 50/1990, S.794–8.
  • Behr T et. al., Targeting of liver metastases of colorectal cancer with IgG, F(ab’)2, and Fab’ anti-carcinoembryonic antigen antibodies labeled with 99mTc: the role of metabolism and kinetics., in Cancer Res., 55/1995, S. 5777–85.
  • Hughes K et. al., Use of radioimmunodetection with CEAScan® in planning for resection of recurrent colorectal cancer., in Proc Amer Soc Clin Oncol., 14/1995, S.544.
  • Moffat FL et. al. Clinical utility of external immunoscintigraphy with the IMMU-4 technetium-99m-Fab’ antibody fragment in patients undergoing surgery for carcinoma of the colon and rectum. Results of a pivotal, Phase III trial., in J Clin Oncol, 14/1996, S.2295–305.
  • Primus FJ, Immunological heterogeneity of carcinoembryonic antigen: antigenic determinants on carcinoembryonic antigen distinguished by monoclonal antibodies., in Cancer Res., 43/1983, S.686–92.

Weblinks

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