Alte Maße und Gewichte (Hannover)

Die Maße und Gewichte wurden im Königreich Hannover 1836 vereinheitlicht.

Das betreffende Gesetz erging am 19. August 1836 im St. James’s Palace in London, da König Wilhelm IV., in Personalunion, sowohl in Großbritannien und Irland als auch in Hannover regierte. Es trat am 1. Juli 1837 in Kraft. Dem Gesetz vorangegangen waren  – unter Leitung von Carl Friedrich Gauß –  metrologische Untersuchungen im Königreich Hannover. [1]

Erst nach der Gründung des Deutschen Reiches wurde am 1. Januar 1872 das metrische Maßsystem eingeführt. Das Zollpfund zu 500 Gramm galt allerdings schon seit 1858.

Längenmaße

Das Gesetz von 1836 legte fest, dass der Hannoversche Fuß genau 23 Vierundzwanzigstel des englischen Fußes beträgt. Dies sind, unter Zugrundelegung des englischen Kompromiss-Fußes von 1959, also genau 292,1 mm. Dieser Wert wird auch in den folgenden Tabellen verwendet. Die empirischen Werte schwanken je nach Ort und Zeit, beziehungsweise auch dem untersuchten Spezimen des Maßes zwischen knapp 291,9 und 292,2 mm. Streuungen von bis zu ± 0,2 Prozent sind bei den vormetrischen Längenmaßen ganz allgemein zu beobachten.

Die historische Metrologie geht heute allerdings davon aus, dass die Ratio zwischen hannoverschem und englischen Fußmaß eigentlich 245 : 256 beträgt und der gesetzliche Wert daher um etwas mehr als ein Promille zu lang ist. Außer in Hannover galt dasselbe Fußmaß, Calenberger Maß genannt, auch in Bayern (siehe: bayrischer Fuß), sowie in Mainz und Lüttich.

Linie ≤   2, 0285  mm     1 / 12 ²  1 / 12
Zoll 24, 3416  mm  1 / 12 1
Spann 243, 4166  mm 10 / 12 10
Fuß  292, 1000  mm 1 12
Elle 584, 2000  mm 2 24
Schritt 778, 9333  mm 32 / 12 32
Klafter 1, 7526   m 6 72
Lachter 1, 9473   m 80 / 12 80
Rute 4, 6736   m 16 192
Wegstunde 4, 6736  km 16 000 192 000
Landmeile 7, 4192  km       -----       -------

Fläche

Quadratzoll ≈ 5, 9252  cm²
Quadratfuß = 144 Quadratzoll = 853, 2241  cm²
Quadratrute = 256 Quadratfuß ≈ 21, 8425  m²
Morgen = 120 Quadratruten ≈ 0,26211  ha

Der sogenannte „altländer Morgen“ betrug vier Morgen, also ca. 1 Hektar.

Volumen

1 Kubikzoll ≈ 14,422845 cm³
1 Kubikfuß = 1728 Kubikzoll = 24,922675961 dm³ (Liter)
1 Schachtrute = 256 Kubikfuß = 6,380205046016 m³



Hohlmaße, flüssig
Nößlein, Nösel, Ösel = ½ Ort ≈ 0,461 l ≈ 460,938 ml
≈ 0,487 l ≈ 486,744 ml
Ort, Quartier = ½ Kanne ≈ 0,922 l ≈ 921,875 ml
≈ 0,973 l ≈ 973,488 ml
Kanne = ½ Stübchen ≈ 1,844 l
≈ 1,947 l
Stübchen = 110 Anker ≈ 3,688 l
≈ 3,894 l
Eimer = 4 Stübchen ≈ 14,75 l
≈ 15,5758 l
Anker = ¼ Ohm ≈ 36,875 l
≈ 38,9395 l
Ohm, Ahm (Basisgröße) ≈ 147,5 l (1714)
≈ 155,758 l (1836)
Oxhoft = 1½ Ohm ≈ 221,25 l
≈ 233,637 l
Fuder = 4 Oxhoft ≈ 885 l
≈ 934,548 l
Hohlmaße, fest
Mühlenkopf = ½ Stübchen ≈ 1,947 l
Stübchen, Hoop = ½ Metze ≈ 3,894 l
Metze(n), Spint = ¼ Himten ≈ 7,7879 l
Himte(n) = ½ Scheffel ≈ 31,152 l
Scheffel = 1/3 Malter ≈ 62,3 l
Malter (Basisgröße) ≈ 186,91 l ≈ 1,87 hl (1836)
Wispel = 6 Malter ≈ 1,12146 m³
Vierup = 19 Scheffel ≈ 1,18376 m³
Fuder = 13 Malter ≈ 2,42983 m³
Last = 16 Malter ≈ 2,99056 m³ ≈ 2990,56 l ≈ 29,9 hl

5 hannoversche Scheffel = 6 Berliner Scheffel = 9 Lübecker Scheffel

In manchen Gegenden, etwa Celle oder Verden, wurden die Getreidemaße auch anders unterteilt:

Celle 
1 Last = 25 Wispel = 10 Scheffel = 100 Himten
Verden 
1 Malter = 1½ Scheffel = 12 Himten
Ostfriesland
Krug ≈ 1,3845 l
Vierup = 36 Krug ≈ 49,843 l

Gewichte

Krämergewichte
Quentchen, Quint = 14 Lot ≈ 3,654 g
Lot(h) = 132 Pfund ≈ 14,616 g
Pfund (Basisgröße) ≈ 490,116 g (alt)
≈ 489,608 g (1826 Kurfürstentum)
≈ 467,711 g (1835 Königreich)
Zentner, Centner = 100 Pfund ≈ 49,012 kg
≈ 48,961 kg
≈ 46,771 kg


Apothekergewichte
Gran = 120 Skrupel ≈ 60,9 mg
Skrupel = 13 Drachme ≈ 1,218 g
Drachme = 1 Quentchen ≈ 3,654 g
Unze = 8 Drachmen ≈ 29,232 g
Pfund = 12 Unzen ≈ 350,783 g


Zollpfund seit 1858
1 Quint = 110 Neulot = 5 g
1 Neulot = 110 Pfund = 50 g
1 Pfund = 500 g (exakte Definition)
1 Zentner = 100 Pfund = 50 kg
1 Schiffslast = 40 Zentner = 2 t

Einzelnachweise

  1. Göttinger Bibliotheksschriften 30   „Wie der Blitz einschlägt, hat sich das Räthsel gelöst“  Carl Friedrich Gauß in Göttingen.

Siehe auch

Weblinks

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