Ulf Pindur


Ulf Pindur

Ulf Pindur

Ulf Pindur (* 1943 in Bad Darkau) ist ein deutscher Apotheker und Lebensmittelchemiker. Sein Arbeitsgebiet ist die Synthese und Analyse neuer Wirkstoffe mit genselektiver Bindung gegen Krebserkrankungen.

Leben und Forschung

Pindur studierte Pharmazie und Lebensmittelchemie an der Universität Marburg. Dort wurde er 1973 zum Dr. rer. nat. promoviert und 1980 im Fach Pharmazeutische Chemie/Medizinische Chemie über Heterocyclen der Pyrazol-, Pyrrol- und Indol-Reihe habilitiert. Im Jahr 1980 wurde er Professor für Pharmazeutische Chemie/Medizinische Chemie an der Universität Würzburg. Seit 1985 ist er Professor für Pharmazeutische Chemie/Medizinische Chemie an der Universität Mainz. Er war lange Jahre Institutsleiter der Pharmazie und Vorsitzender des zentralen Ausschusses der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachbereiche der Universität Mainz. Von 1995 bis 2002 war er berufener Fachgutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Bonn.

Die Forschungsgebiete von Pindur sind die Arzneistoff-Reaktivität, die Heterocyclenchemie und hauptsächlich die Entwicklung von neuen Peptidomimetika (Peptid-Nachahmer) als sequenzselektive DNA-Liganden. Die Darstellung neuer Krebstherapeutika mit vielversprechenden Eigenschaften stehen daher im Zentrum der Forschungen. Neben der Organischen Synthese und in silico-Verfahren werden biologische und biophysikalische Methoden verwendet. Die Forschungsergebnisse sind in über 260 Publikationen dokumentiert.

Pindur war auch mehrere Male berufener Gutacher für die Verleihung des ranghöchsten internationalen Chemiepreises. Er war insgesamt 30 Jahre Vorsitzender des universitären Pharmazie-Staatsexamens an den Universitäten Würzburg und Mainz.

Kulturelles Engagement

Des Weiteren ist Pindur mit kostenlos zur Verfügung gestellten selbst produzierten Videos zu lokalen Kulturdenkmälern der Geschichte unter anderem auch zu Klöstern und Kulturlandschaften in Erscheinung getreten

Auszeichnungen

  • Wissenschaftspreis der Boehringer-Ingelheim-Stiftung
  • Mitglied des Advisory Board der internationalen Journale Current Medicinal Chemistry
  • Current Medicinal Chemistry-Anticancer Agents und Medicinal Chemistry-reviews-online.

Ausgewählte Publikationen

  • Ulf Pindur, Rainer Deschner: First Electrophilic Substitution of (-)Agroclavine, Indoramine, Phenothiazine, Chlorpromazine, Iminodibenzyl, Imipramine and Phenazone with Triethyl Orthoformate as an a1-Synthon. In: Archiv der Pharmazie. Band 323, 1990, S. 439–442.
  • Ulf Pindur, Eugenia Gonzalez, Dieter Schollmeyer: New Diels-Alder Reactions of 3-Vinylindoles with Aryne: a selective Access to Functionalized [a]anellated Carbazoles. In: J. Chem. Soc. Perkin. Trans. I, 1996, S. 1767–1772.
  • Ulf Pindur, Alparslan Aygün: A New and Effective Method to Carbazoquinozin C and related Carbazol-3,4-quinones as biological Antioxidants: Key Reactions of 2-Vinyindoles with Oxalyl Chloride. In: Synlett. 2000, S. 1757–1761.
  • Ulf Pindur, Thomas Lemster: Design, Synthesis an Biological/Biophysical Evaluation of new Oligopyrrole carboxamides, Biscarbazoles, Oxocarbazoles and Benzo[a]carbazoles. Antitumor and Antioxidative Compounds. In: Rec. Res. Devel. In Organic and Bioorganic Chemistry. Band 5, 2002, S. 99–115.
  • M.-H. David-Cordonnier, M.-P. Hildebrand, B. Baldeyrou, A. Lansiaux, C. Keuser, K. Benzschawel, T. Lemster, U. Pindur: Design, Synthesis and Biological Evaluation of New Oligopyrrole Carboxamides linked with Tricyclic DNA-Intercalators as potential DNA-Ligands or Topoisomerase Inhibitors. In: Eur. J. Med. Chem. Band 42, 2007, S. 752–771.

Literatur

  • Who’s Who, Namenstexte der Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur. IBP, Berlin-Montreal-Singapur-Wien 2002
  • Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender. K.C. Sauer, München 2000

Weblinks