Soxhlet-Aufsatz


Soxhlet-Aufsatz

Soxhlet-Aufsatz mit Extraktionshülse
Gesamtaufbau einer Extraktions-Apparatur mit Soxhlet-Aufsatz
Animation des Extraktionsmechanismus einer Soxhlet-Apparatur

Der Soxhlet-Aufsatz (auch Soxhlett, Soxleth) ist ein Aufsatz zur kontinuierlichen Extraktion löslicher Inhaltsstoffe aus Feststoffen.[1]

Geschichte

Der Soxhlet-Apparat trägt den Namen seines Erfinders Franz von Soxhlet (1848–1926, München), der damit den Fettgehalt von getrockneten Lebensmitteln bestimmte. Franz von Soxhlet arbeitete vorwiegend an der Analyse von Milchfett. Für dessen Extraktion mit dem Soxhlet-Apparat wurde zunächst Milchpulver hergestellt, um störendes Wasser zu entfernen.

Laborfoto einer Soxhlet-Apparatur

Funktionsweise

Den zu extrahierenden Feststoff füllt man in eine Extraktionshülse, üblicherweise eine kurze, einseitig offene Celluloseröhre, die in den Soxhlet-Aufsatz eingesetzt wird. Im Kolben (1) unter dem Soxhlet-Aufsatz erhitzt man ein Lösungsmittel zum Sieden. Dessen Dämpfe steigen durch das Dampfrohr (3) auf und kondensieren im Kühler (9) darüber. Das Lösungsmittel tropft in die Extraktionshülse (5) und löst dort den gewünschten Stoff aus dem Feststoff heraus.

Durch weiter zutropfendes Lösungsmittel steigt der Flüssigkeitsspiegel im Soxhlet-Aufsatz, bis er die Höhe der Biegung des dünnen Röhrchens (6) erreicht hat. Die dann auftretende Saugheberwirkung fördert den Extrakt zurück in den Kolben mit dem Lösungsmittel. Kontinuierliches Sieden des Lösungsmittels im Kolben und Kondensieren am Kühler füllt die Extraktionskammer stets erneut - der Zyklus wiederholt sich.[2] Dadurch reichert sich der im Lösungsmittel gelöste Extrakt zunehmend im Kolben an. Zur Isolation des Extraktes wird die Soxhlet-Apparatur demontiert und der Inhalt des Kolbens durch Verdampfen des Lösungsmittels (z. B. am Rotationsverdampfer) eingeengt. Als Rückstand verbleibt der Extrakt.

Anwendung

Der Soxhlet-Apparat empfiehlt sich in der Synthetik wenn der zu extrahierende Stoff schlecht löslich im Extraktionmittel ist. In der Analytik wird er auch zur Bestimmung des Fettgehaltes von Lebensmitteln und Futtermitteln verwendet. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde er in der Kinderpflege zur Bestimmung des Fettgehaltes von Trockenmilch eingesetzt, er taucht deshalb zu dieser Zeit in der Kinderliteratur auf, zum Beispiel bei Agnes Sapper.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Brockhaus ABC Chemie, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1965, S. 1312.
  2. Organikum, Wiley-VCH Verlag GmbH, 23. Auflage, 2009, S. 59−60, ISBN 978-3-527-32292-3.