Semseyit


Semseyit

Semseyit
Semseyite-119346.jpg
Fundort: Baia Sprie, Maramures County, Rumänien
Größe: 11.5 x 7.2 x 3.5 cm
Chemische Formel

Pb9Sb8S21

Mineralklasse Sulfide
(8. Auflage: II/E.21) nach Strunz
03.06.20.04 nach Dana
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin monoklin-prismatisch $ \ 2/m $ [1]
Farbe bleigrau, schwarz
Strichfarbe schwarz
Mohshärte 2,5
Dichte (g/cm3) 5,8 bis 6,1
Glanz Metallglanz
Transparenz undurchsichtig
Bruch
Spaltbarkeit vollkommen nach {112}
Habitus tafelige, prismatische Kristalle; rosettenförmige Aggregate

Semseyit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Pb9Sb8S21 und entwickelt meist tafelige bis prismatische Kristalle, aber auch rosettenförmige Mineral-Aggregate von bleigrauer bis schwarzer Farbe.

Etymologie und Geschichte

Erstmals gefunden wurde Semseyit im „Bergwerk Baia Sprie“ (Felsöbánya mine) in Rumänien und 1881 durch József Sándor Krenner (1839–1920). Er benannte das Mineral nach Andor von Semsey (1833-1923), einem ungarischen Edelmann und Hobbymineralogen.

Klassifikation

In der alten Systematik der Minerale nach Strunz (8. Auflage) gehörte der Semseyit noch zur zusammengefassten Abteilung der Sulfosalze. Mit der 9. Auflage der Strunz'schen Mineralsystematik wurde diese Abteilung neu definiert und zudem präziser nach den an der chemischen Formel beteiligten Kationen unterteilt. Das Mineral findet sich jetzt entsprechend in der neu gebildeten Abteilung der „Sulfosalze mit SnS als Vorbild“ und bildet dort zusammen mit Fülöppit, Heteromorphit, Plagionit und Rayit eine eigene Gruppe innerhalb der Unterabteilung der SnS-Sulfosalze mit Blei als zusätzlichem Kation.

In der Systematik der Minerale nach Dana ist der Semseyit ebenfalls der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ zugeordnet. Dort findet er sich in der Abteilung der „Sulfosalze mit dem Verhältnis 2,0 < z/y < 2,49 und der Zusammensetzung (A+)i(A2+)j[ByCz]“. Dort bildet es ebenfalls zusammen mit Fülöppit, Heteromorphit, Plagionit und Rayit die Fülöppitgruppe (monoklin: C2/c enthält Pb, Sb).


Bildung und Fundorte

Semseyit scheidet sich in Hydrothermale Lösungen bei mittleren Temperaturen zwischen 300 und 350° C ab[2]. Begleitminerale sind unter anderem Bournonit, Jamesonit, Quarz, Sphalerit und Zinckenit.

Neben seiner Typlokalität Baia Sprie wurde das Mineral in Rumänien noch in der „Mine Herja“ (Baia Mare) und Satu Mare gefunden. Herja gilt dabei als eines der besten Vorkommen für Semseyit überhaupt, mit Mineralfunden zwischen einem und drei Zentimetern Größe und fächer- oder rosettenförmigem Aussehen[2].

Weltweit konnte Semseyit bisher an 132 Fundorten nachgewiesen (Stand: 2009)[3] werden, so unter anderem in Jujuy und Salta in Argentinien; einigen Regionen der bolivianischen Departments Oruro und Potosí; bei Chaskowo in Bulgarien; in der chinesischen Region Yizhang; mehreren Regionen vonDeutschland und Frankreich; einigen Regionen Großbritanniens; in Bhilwara (Indien); Iran; Irland; den italienischen Regionen Piemont und Toskana; auf Honshū in Japan; in British Columbia und Ontario in Kanada; bei Obernberg am Brenner in Österreich; Peru; im Kreis Maramureș in Rumänien; in den östlichen und westlichen Regionen Sibiriens; Slowakei; Spanien; im tschechischen Böhmen; im ungarischen Pilsengebirge sowie einigen Regionen der USA.

Kristallstruktur

Semseyit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem in der Raumgruppe C2/c mit den Gitterparametern a = 13,603Å, b = 11,936 Å, c = 24,453 Å und β = 106,047°[4] sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle[1]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Webmineral - Semseyite (englisch)
  2. 2,0 2,1 Andreas Kamrath: Geologie und Mineralogie der Erzlagerstätte Herja
  3. MinDat - Localities for Semseyite
  4. American Mineralogist Crystal Structure Database - Semseyite (englisch, 1974)

Literatur

  •  Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0, S. 62.
  •  Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 480.

Weblinks