Oskar Glemser

Oskar Glemser, 1966 in Göttingen

Oskar Glemser (* 12. November 1911 in Stuttgart; † 5. Januar 2005 in Göttingen) war ein deutscher Chemiker.

Leben

Glemser studierte ab 1930 Chemie an der TH Stuttgart. Nach seiner Promotion zum Dr.-Ing. erhielt er einen Lehrauftrag in Analytischer Chemie. 1939 habilitierte er sich und erhielt eine Anstellung als Oberingenieur am Institut für Anorganische Chemie an der TH Aachen. Im 2. Weltkrieg organisierte er 1944 die Evakuierung des Instituts nach Dillenburg und 1946 die Rückführung nach Aachen.

1952 nahm er einen Ruf als ordentlicher Professor und Direktor des Instituts für Anorganische Chemie an die Universität Göttingen an.

Er war ab 1954 Mitglied und 1962 bis 1970 Präsident der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

1980 wurde er emeritiert.

Wirken

Bahnbrechendes leistete Glemser vor allem auf dem Gebiet der Chemie des Elements Fluor, besonders im Bereich der Verbindungen von Fluor mit den Elementen Schwefel und Stickstoff (z. B. Tetraschwefeltetranitrid S4N4, NSF3, S4N4F4). Glemser publizierte auch wichtige Arbeiten zu Iso- und Heteropolysäuren.

Noch mit 85 Jahren, lange nach seiner Emeritierung, widmete sich Glemser mit einigen Mitarbeitern der Grundlagenforschung, z. B. im Zusammenhang mit Akkumulatoren für Elektroautos.

Im Zusammenhang mit dem Umzug in ein neues Institutsgebäude in Göttingen-Weende 1973 konnte durch Glemsers Anregung und Förderung das Museum der Göttinger Chemie 1979 gegründet werden.

Ehrungen und Auszeichnungen

1962 wurde Glemser zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina ernannt.

1969 wurde er Präsident der Inorganic Division der IUPAC. Ebenfalls 1969 wurde er mit der Liebig-Denkmünze der Gesellschaft Deutscher Chemiker ausgezeichnet; 1976 bis 1977 war er ihr Präsident und ab 1989 ihr Ehrenmitglied.

1986 wurden seine Arbeiten mit der Henri Moissan-Medaille der Societe Chemique de France gewürdigt.

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