Lüstersud


Lüstersud

Ein Lüstersud (von italienisch lustro für Glanz und Sud heiße Lösung) ist eine Lösung zum Einfärben von Metalloberflächen.

Er enthält stets eine Blei(II)-Verbindung und ein Thiosulfat. Ein gängiges Rezept ist:

120 g/l Natriumthiosulfat
40 g/l Blei(II)-acetat

Die Arbeitstemperatur liegt bei 60–70 °C, die Einwirkzeit im Bereich von Sekunden bis Minuten. Durch die Lösung wird auf der Metalloberfläche eine sehr dünne Blei(II)-sulfidschicht abgeschieden, deren Dicke mit der Expositionszeit wächst. Die Farben entstehen durch Interferenz von Lichtwellen und durchlaufen nacheinander verschiedene Tönungen von goldgelb über rot, rotviolett, stahlblau, hellblau bis hellgrau. Die Metalloberfläche muss vor der Färbung gründlich gereinigt und entfettet werden (beispielsweise mit Wiener Kalk). Erst dann können die Gegenstände ins Färbebad gebracht werden. Zum Färben eignen sich alle Metalle (Aluminium nur bedingt), vor allem aber Kupfer und Messing. Die goldgelbe Einfärbung von Messing wird auch als falsche bzw. französische Vergoldung bezeichnet.