Kompensationswicklung

Die Kompensationswicklung ist ein Bauteil in Elektromotoren. Sie wirkt der Ankerrückwirkung, die eine Verzerrung des Hauptpolfeldes bewirkt, entgegen.

Das vom Hauptpol erzeugte Magnetfeld wird durch das Ankermagnetfeld beeinflusst und bewirkt dadurch eine Verdrängung des Hauptpolfeldes zu einer Hauptpolkante (nicht linearer Feldlinienverlauf unterhalb des Hauptpoles). Das bewirkt eine Feldschwächung, da im Bereich der Feldverdichtung eine Sättigung eintritt. Das bedeutet, dass Magnetfeldlinien vom Hauptpolfeld unterschiedlich konzentriert in die Ankerwicklungen gelangen. Daraus ergeben sich unterschiedliche Induktionsspannungen in den einzelnen Ankerwicklungsteilen. Das führt dann zu Spannungsunterschieden zwischen benachbarten Lamellen des Kollektors (auch Kommutator genannt). Diese Stegspannungen nehmen mit der Feldverzerrung und Ankerdrehzahl zu. Stegspannungen ab ca. 35 Volt können bereits zu einer Lichtbogenbildung zwischen den Lamellen führen und somit den Kollektor beschädigen.

Die Aufgabe der Kompensationswicklung ist es nun, die Feldverzerrung im Bereich der Hauptpole zu korrigieren.

Da die Stärke der Verzerrung des Hauptpolfeldes vom Ankerstrom abhängig ist und auch von deren Stromrichtung, ist die Kompensationswicklung so in Reihe zum Anker geschaltet, dass sie dem Ankermagnetfeld entgegen wirkt. Kompensationswicklungen werden nur in Zusammenhang mit Wendepolwicklungen verwendet. Die Kompensationswicklung wird dabei mit der Wendepolwicklung in Reihe zum Anker geschaltet.

Kompensationswicklungen finden in der Regel nur bei großen elektrischen Maschinen Anwendung, die auch eine Wendepolwicklung aufweisen und die mit unterschiedlicher Belastung betrieben werden.

Literatur

  • Günter Boy, Horst Flachmann, Otto Mai: Die Meisterprüfung Elektrische Maschinen und Steuerungstechnik. 4. Auflage, Vogel Buchverlag, Würzburg, 1983, ISBN 3-8023-0725-9
  • Günter Springer: Fachkunde Elektrotechnik. 18.Auflage, Verlag Europa-Lehrmittel, Wuppertal, 1989, ISBN 3-8085-3018-9

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