Johann Pontanus

Johann Pontanus (auch: Brückner; * um 1515 in Eisleben; † 9. Juli 1572 in Wien) war ein deutscher Mediziner und Alchemist.

Leben

Johann war vermutlich der Sohn des Eislebener Hüttenmeisters und Ratsherrn Hans Brückner und der Hedwig Heidelberg[1]. Sicher ist, dass er eine Schwester Klara hatte, die mit Matthäus Ratzenberger verheiratet war. Er hatte sich im Wintersemester 1534/35 an der Universität Wittenberg immatrikuliert und dort am 15. September 1541 den akademischen Grad eines Magisters der Philosophie erworben. 1544 ging er an die neugegründete Universität Königsberg, wo er eine Professur an der philosophischen Fakultät übernahm. Im Folgejahr absolvierte er eine Bildungsreise, die ihn unter anderem nach Italien führen sollte, wo er an der Universität Padua zum Doktor der Medizin promovierte.

Er kehrte zurück nach Königsberg, wo er im Oktober 1552 die zweite medizinische Professur, sowie die Professur der Physik erhielt und Leibarzt Albrechts von Preußen wurde. In dieser Funktion übernahm er im Wintersemester 1552/53 auch das Rektorat der Alma Mater. Georg Sabinus hatte ihn in jener Zeit zum Paten eines seiner Kinder bestimmt. Der Osiandrische Streit, der damals die Königsberger Hochschule in ihren Grundfesten erschütterte, ging auch an ihm nicht vorüber. Nachdem er sich gegen Andreas Osiander ausgesprochen hatte, wurde er nach seiner Rektoratszeit im August 1553 aus diesem Dienst entlassen.

Er ging dann an die Universität Jena, wo er Assessor und Professor an der medizinischen Fakultät wurde. Er wurde dann Leibarzt des Johann Friedrich des Mittleren von Sachsen in Gotha und später in Leibarzt Johann Wilhelm von Sachsen in Weimar. Letzteren begleitete er nach Wien, wo er vermutlich vergiftet wurde [2]. Zudem hat er die alchemistischen Schriften Methodum componendi Theriacam und praeparandi Ambram factitiam (Diese Schrift wurde von Johann Wittich bearbeitet und den Consilis Medicis hinzugefügt) hinterlassen.

Literatur

  • Johannes Günther: Lebensskizzen der Professoren der Universität Jena seit 1558 bis 1858. Verlag Friedrich Mauke, Jena, 1858, (Online)
  • Christian Gottlieb Jöcher: Gelehrtenlexikon. 3. Bd. Sp. 1688 (Online)
  • Pontanus, Johann ein berühmter Medicus. In: Zedlers Universal-Lexicon. Band 28, Leipzig 1741, Spalte 1459–1456.
  • Daniel Heinrich Arnoldt: Ausführliche und mit Urkunden versehene Historie der Königsbergischen Universität. Johann Heinrich Hartung, Königsberg in Preußen, 1746, 2. Teil, S. 307
  • Heinz Scheible, Corinna Schneider: Melanchthons Briefwechsel (MBW) Band 11: Personen A–E. Frommann-Holzboog, 2004, ISBN 3-7728-2257-6, S. 224

Einzelnachweise

  1. Lutherjahrbuch. 1991, Bd. 58, S. 11; und Thomas Anselmino: Medizin und Pharmazie am Hofe Herzog Albrechts von Preussen: (1490-1568). Verlag Palatina, Heidelberg 2003, ISBN 978-3-932608-32-2, S. 157
  2. August Beck: Johann Friedrich der Mittlere, Herzog zu Sachsen. Verlag Hermann Böhlau, Weimar, 1858, 2. Teil, S. 149, (Online)

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