Hyaluronidase


Hyaluronidase

Hyaluronidase

Eigenschaften des menschlichen Proteins
Bezeichner
Gen-Name HYAL1
Externe IDs UniProtQ12794
Arzneistoffangaben
ATC-Code B06AA03
DrugBank DB00070
Wirkstoffklasse Enzym
Verschreibungspflicht Ja
Enzymklassifikation
EC, Kategorie 3.2.1.35  Glykosidase
Reaktionsart Hydrolyse bestimmter (1→4)-β-Bindungen
Substrat Hyaluronsäure
Produkte N-Acetylgalactosamin
Vorkommen
Übergeordnetes Taxon Tiere, Viren, Bakterien

Hyaluronidase

Bezeichner
Gen-Name(n) hysA
Enzymklassifikation
EC, Kategorie 4.2.2.1  Lyase
Reaktionsart Hydrolyse von β-D-GalNAc- -(1→4)-β-D-GlcA-Bindungen
Substrat Hyaluronsäure
Produkte Abbauprodukte
Vorkommen
Übergeordnetes Taxon Bakterien

Hyaluronidasen sind Enzyme, die Hyaluronsäure, einen wichtigen Bestandteil der extrazellulären Matrix im Bindegewebe, abbauen. Je nachdem, welche Bindung gespalten wird, handelt es sich um Hydrolasen oder Lyasen. Erstere werden in Tieren, Viren und Bakterien gebildet, letztere nur in Bakterien. Es sind fünf dieser Hydrolasen (auch Chondroitinasen genannt) im Menschen bekannt. Ihre Funktion wird noch erforscht. Mutationen im HYAL1-Gen können zu Mucopolysaccharidose Typ 9 (MPS9) führen. Hyal-PH20 sitzt auf dem Sperma und hilft beim Eindringen in die Schutzhülle um die Eizelle.

Geschichte

Entdeckt wurden Hyaluronidasen als ein Virulenzfaktor von Bakterien wie Staphylococcus aureus. Durch die Hyaluronidase ist S. aureus in der Lage, ihn umgebendes Bindegewebe aufzulösen, um so tiefer in den Wirt eindringen zu können.

Funktion

Bei der katalysierten Reaktion handelt es sich um einen der Verdauung ähnlichen Vorgang, bei der das Bindegewebe durch die enzymatische Wirkung aufgelöst wird.

Hyal-PH20

Hyaluronidase wird von einem speziellen Bestandteil des Spermiums abgegeben, dem Akrosom, um dann mit anderen Enzymen zusammen die Interzellularsubstanz und Zellkontakte der Zellen der Corona radiata der Eizelle aufzulösen und das Eindringen des Spermiums in die Eizelle zu ermöglichen.

Verwendung

Die katalysierte Reaktion macht man sich in der Behandlung von Wunden zu Nutze, die zu Kontraktionen oder vorzeitigem Verschluss neigen (bei der so genannten Sekundärheilung). Ein künstlich hergestelltes Enzympräparat wird in die Wunde gebracht und verhindert das Zusammenwachsen des Bindegewebes. Die Hersteller solcher Präparate werben auch für breit gestreute Anwendungen am Bewegungsapparat, der neben den Knochen und Muskeln ja auch aus Bindegewebe besteht.

Bei manchen Medikamenten wird es als Hilfsstoff eingesetzt, damit diese leichter ins Gewebe diffundieren können.

Klassifikation

Die hydrolytischen Hyaluronidasen (EC 3.2.1.35) bilden die Familie 56 in der Klassifikation der Glykosidasen nach Henrissat.[1]

Handelsnamen

Monopräparate

Hylase (D, A)

Kombinationspräparate

Lido-Hyal (CH)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bernard Henrissat: Glycosyl hydrolase families: classification and list of entries

Weblinks

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