Hans Kautsky

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Hans Kautsky (* 13. April 1891 in Wien; † 15. Mai 1966 bei Kamniška Bistrica[1]) war ein österreichischer Chemiker.[2]

Der Vater Hans Joseph Wilhelm Kautsky (1864–1937) war k.u.k. österreichischer und kgl. preußischer Hoftheatermaler in Wien und Berlin. Der Großvater Johann Baptist Wenzel Kautsky (1827–1896) war Kunstmaler und Bühnenbildner in Prag. Die jüngeren Brüder waren Robert Kautsky (1895–1962; Wiener Staatsopern-Chefrequisitenmeister) und Fritz (Geologe in Schweden).

Sein 1920 geborener gleichnamiger Sohn wurde Ozeanologe auf der Meteor.

Leben

Hans Kautsky machte zunächst eine Ausbildung als Maler und Zeichner, u. a. in Holland. Er interessierte sich jedoch mehr für Chemie und studierte ohne Abitur von 1911 bis 1917 Chemie an der TH Charlottenburg. Während des 1. Weltkrieges leistete er seinen Kriegsdienst in einer Prüfstelle ab, die sich mit der Überprüfung der Produktion von Gasmasken beschäftigte. Nach dem Krieg arbeitete er als Assistent am Kaiser-Wilhelm-Institut unter Herbert Freundlich und promovierte 1922 mit einer Arbeit über ungesättigte Siliciumverbindungen. 1928 habilitierte er sich in Heidelberg und erhielt dort 1934 eine a. o. Professur für anorganische Chemie. Von Frühjahr 1936 bis 1945 war er an der Universität Leipzig Professor für anorganische Strukturchemie. Im Juni 1945 brachten ihn die Amerikaner nach Weilburg/Lahn. Ab 1947 baute er an der Universität Marburg das Institut für anorganische Chemie wieder neu auf, wo er anschließend als Lehrstuhlinhaber tätig war.

Wissenschaftliche Arbeiten

Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit war die Siliciumchemie. Hier untersuchte er insbesondere die Bildung von Siloxen, eine polymere zweidimensionale Verbindung aus Silicium, Sauerstoff und Wasserstoff, aus Calciumdisilicid (CaSi2). Daneben beschäftigte er sich mit lepidoiden Kieselsäuren in Hinblick auf deren Einsatzmöglichkeit für die Katalyse. Sein Interesse galt auch der Oberflächenchemie und zwar unter dem Aspekt der Energieumwandlungen an Oberflächen (Fluoreszenz, Phosphoreszenz und photochemische Reaktionen). Dies führte ihn zu umfangreichen Untersuchungen zur Chlorophyllfluoreszenz im Zusammenhang der Umwandlung von Sonnenenergie in chemische Energie bei der Kohlenstoffdioxid-Assimilation.

Siehe auch

Literatur

Gerhard Fritz: Das Porträt: Hans Kautsky (1891–1966), Chemie in unserer Zeit, 15. Jahrg. 1981, Nr. 6, S. 197–200, ISSN 0009-2851

Einzelnachweise

  1.  Lothar Beyer, Eberhard Hoyer: Franz Hein, Arthur Schleede, Hans Kautsky und die Anorganische Chemie in Leipzig. In: Nachrichten aus der Chemie. 48, Nr. 12, 2000, S. 1493–1497, doi:10.1002/nadc.20000481212.
  2. Ausführliche Biografie bei biospektrum.de

Weblinks

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