Eugen de Haën

Eugen de Haën (* 26. Dezember 1835 in Duisburg; † 16. November 1911 in Hannover; vollständiger Name Carl Johann Eugen de Haën) war ein deutscher Chemiker und Unternehmer.

Leben

Eugen de Haën
Eugen de Haën studierte in Wiesbaden bei Fresenius und später in Heidelberg bei Bunsen Chemie. 1856 promovierte er in Heidelberg. Nach verschiedenen Tätigkeiten beteiligt er sich 1860 an dem chemischen Laboratorium des Julius von Knoevenagel in Linden bei Hannover, mit dem zunächst 1861 eine kleine chemische Fabrik gründet. Schon 1862 siedelt er nach List, einem Vorort von Hannover, um[1] und produzierte dort in einem größeren Werk hochreine Salze und Oxide.
Mathilde de Haën, geb. Schroeder
1862 heiratete Eugen de Haën in Hainholz bei Hannover die Tochter Mathilde (1834-1909) des Försters Georg Heinrich Ernst Schroeder aus Osterwald, Mathilde Schroeder. Sie gebar ihm 10 Kinder. In den 1870ern ließ sich Eugen de Haën von Heinrich Köhler eine Villa am Schiffgraben 34 errichten. Das Haus ist nicht mehr erhalten.

Das Unternehmen de Haën

Durch den Aufschwung nach 1870/1871 expandierte die Firma. 1886, zum 25-jährigen Bestehen, beschäftigte das Unternehmen 170 Mitarbeiter. Weil Hannover rasch wuchs und die Wohnbebauung in unmittelbarer Umgebung zunahm, suchte das Unternehmen einen neuen Standort und fand diesen schließlich in einem 120 Morgen großen Gelände aufgrund der günstigen Bodenpreise und guten Verkehrsanbindung im Dorf Seelze. 1902 verlagerte die Firma ihren Standort nach Seelze.

Das Labor leitete Johannes Skalweit. 1911 führte die Chemiefabrik E. de Haën mehr als 10.000 Produkte.

Nach dem Tod von Eugen de Haën übernahm sein ältester Sohn Wilhelm de Haën die Leitung der Firma. Unter ihm wurde sie 1912 zur Familien-GmbH umfirmiert. 1922 wurde aus der Firma eine Aktiengesellschaft[2], aber bereits 1923 erwarb die chemisch-pharmazeutischen Fabrik J.D. Riedel AG auf Grund der allgemeinen wirtschaftlich schwierigen Verhältnisse für 40 Mio Papiermark alle Anteile der Firma Eugen de Haën. 1928 fusionierten beide Chemieunternehmen zur „J. D. Riedel - E. de Haën AG“ mit Sitz in Berlin.[3]

1943 erhielt das Unternehmen den heutigen Namen Riedel-de Haën AG. 1955 wurde die Aktienmehrheit von den Cassella Farbwerke Mainkur in Frankfurt am Main übernommen. Durch Rationalisierung und Produktionsausweitung wurde das Werk Seelze zum Hauptwerk der Riedel-de Haën AG. 1995 wurde die Firma geteilt, der Laborchemikalien-Bereich wurde an Sigma-Aldich verkauft, der Industriechemikalien-Bereich an Honeywell.

Auszeichnungen

  • 1903: Geheimer Kommerzienrat
  • 1909: Ehrendoktorwürde der Ingenieurswissenschaften (Dr. Ing. e.h.) der TH Hannover
  • posthum: Benennung des De-Haën-Platz in der List. 2009 wurden auf dortigen Grundstücken chemikalische und radioaktive Belastungen festgestellt,[4] in deren Folge eine öffentliche Diskussion um die Sanierung der Altlasten und deren Kostenübernahme durch Stadt, Rechtsnachfolger oder Grundstückseigentümer geführt wurde. 2012: die Sanierung läuft; der Streit über die Kostenlast geht aber weiter.[5]

Literatur

  • Dirk Böttcher: Hannoversches biographisches Lexikon: Von den Anfängen bis in die Gegenwart. 2002
  • Heiner Ramstetter: de Haën, Eugen. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 7, Duncker & Humblot, Berlin 1966, S. 436 f. (Digitalisat).
  • Heiner Ramstetter: Eugen de Haen, in: Hannoversche Geschichtsblätter, NF 20, 1966, S. 107-190.

Weblinks

 Commons: Eugen de Haën – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Einzelnachweise

  1. Bericht zur vertieften Recherche Chemische Fabrik Eugen de Haen in Hannover List vom 29. September 2008.
  2.  Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein: Hannover Chronik: Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Zahlen. Daten. Fakten. Schlütersche, 1991, ISBN 387706319-5, S. 157 (eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).
  3. 175 Jahre Riedel-de Haën 1814–1989, Firmendruckschrift 1989 für Mitarbeiter, S. 8–24
  4. Radioaktiv belastetes Geände um den De-Haen-Platz, in Wikimapia, abgerufen am 16. April 2010
  5. De-Haën-Platz: Sanierungsarbeiten sind angelaufen, abgerufen am 4. Februar 2013

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