Edward Charles Howard

Edward Charles Howard (* 28. Mai 1774; † 27. September 1816) war ein englischer Chemiker.

Leben

Howard war Sohn einer hohen Adelsfamilie. Als Zweitgeborener musste er sich für einen Beruf entscheiden und wandte sich der Chemie zu. Dort erbrachte er Beiträge in drei sehr unterschiedlichen Gebieten:

  • Er entdeckte 1799 das Knallquecksilber, das danach vielfach als Initialzünder für Explosivladungen verwendet wurde.
  • Howard wies 1802 einen hohen Nickelanteil in Eisen-Meteoriten nach, der bei irdischen Eisenvorkommen fehlte und was Chladnis damals sehr junge und umstrittene Theorie von 1794 einer außerirdischen Herkunft von Meteoriten stützte.
  • Außerdem verbesserte er die Zuckerherstellung durch Vakuumverdampfung (1813) und andere Maßnahmen. Statt in offenen Kesseln wurde der Sirup in geschlossenen, mit Dampf beheizten Kesseln gekocht, in denen Unterdruck herrschte, so dass der Siedepunkt herabgesetzt und so Brennstoffbedarf und Zuckerverluste durch Karamelisierung vermindert wurden ("Howards Vacuum Pan").

Für die Entdeckung des Knallquecksilbers wurde ihm 1800 von der Royal Society die Copleymedaille verliehen.

Literatur

  • F. Kurzer: The Life and Work of Edward Charles Howard. Annals of Science Bd. 56, 1999, S. 113–141, ISSN 0003-3790
  • Edward Howard: On a New Fulminating Mercury. In: Philosophical Transactions of the Royal Society of London Bd. 90 (1), 1800, S. 204–238.

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