Boldenon


Boldenon

Strukturformel
Struktur von Boldenon
Allgemeines
Freiname Boldenon
Andere Namen

17β-Hydroxyandrost-1,4-dien-3-on

Summenformel C19H26O2
CAS-Nummer 846-48-0
PubChem 13308
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Anabolikum

Eigenschaften
Molare Masse 286,41 g·mol−1
Schmelzpunkt

164–166 °C[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Boldenon ist das 1,2-Dehydro-Derivat des Testosterons und ein in der Tiermedizin verwendetes anaboles Steroid. In Deutschland gibt es keine zugelassenen Fertigarzneimittel, die Boldenon enthalten.

Funktionsweise und Missbrauch im Sport

Seit einiger Zeit findet Boldenon im Bodybuilding zunehmend missbräuchliche Verwendung. Es gilt als Dopingmittel.[3]

Boldenon wurde im Jahre 1949 vom Pharmaunternehmen "Ciba" entwickelt und ähnelt dem "Dianabol", lediglich die beim Boldenon fehlende 17-alpha-Alkylierung unterscheidet beide. Dennoch ist die Wirkung der beiden Substanzen vollkommen gegensätzlich. Boldenon konvertiert im Männlichen Körper etwa 50 Prozent weniger zu Östrogen als Testosteron. Damit ist bei zeitgleichem Training ein magerer Muskelaufbau ohne hohen Fett und Wasseranteil möglich, weshalb Boldenon hauptsächlich in einer Diät oder bei Athleten die primär hochqualitativen Muskelaufbau verfolgen, im Einsatz. Des Weiteren bindet Boldenon stark Erytrozythen, also Rote Blutkörperchen, welche dem Athleten zu einer auffälligen Vaskulosität verhilft.

Nebenwirkungen

Oft eintretende Nebenwirkungen sind unregelmäßiger Ruhepuls, Erhöhung des Blutdruck sowie Verschlechterung der Bluttfettwerte. Wer Boldenon längerfristig anwendet erhöht damit das Risiko für Herzkreislauferkrankungen enorm.

Bei höheren Dosierungen können fettige Haut, Akne und Haarausfall dazukommen. Oft beobachtet wurde dass ab einer Dosierung von etwa 400 mg (Undecylenat) pro Woche der Appetit stark steigt.[4] Östrogene Nebenwirkungen sind selten, da Boldenon als Testosteron-Abkömmling zwar aromatisiert werden kann, dies allerdings nur in sehr geringem Maße tut und in diesem Punkt deutlich schwächer als Testosteron wirkt. Eine Vergrößerung der Prostata kann auftreten, da Boldenon mittels 5-Alpha-Reduktase in das Dihydroboldenon aromatisiert wird.[5]

Einzelnachweise

  1. The Merck Index: An Encyclopedia of Chemicals, Drugs, and Biologicals, 14. Auflage (Merck & Co., Inc.), Whitehouse Station, NJ, USA, 2006; ISBN 978-0-911910-00-1.
  2. Datenblatt Boldenone bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 13. Dezember 2012.
  3. Verbotsliste 2008 der World Anti-Doping Agency (WADA).
  4. Das Schwarze Buch - Anabole Steroide, 2007. Seite 33 ISBN 978-3-00-020944-4.
  5. steroid-information.info

Weblinks

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