Wolfgang Dähne

Wolfgang Dähne (* 17. März 1932 in Hamm ; † 28. September 2010) war ein deutscher Chemiker. Im Jahre 1962 gelang es ihm mit Rudolf Hoppe, zeitgleich mit einer US-amerikanischen Gruppe, erstmals eine binäre Edelgasverbindung herzustellen.[1]

Als Sohn des Notars und Rechtsanwalts Paul Dähne und seiner Ehefrau Lotte Unterhinninghofen absolvierte er die evangelische Volksschule und das staatliche Gymnasium in Hamm bis zum Jahre 1944, als das Gymnasium durch einen Bombenangriff zerstört wurde. Im Alter von 12 Jahren verlor er seinen Vater, der als Oberstleutnant der Reserve im Jahre 1944 in Litauen fiel. Nach einem Bombenangriff erfolgte seine Evakuierung nach Bergede. Dadurch konnte er ab Frühjahr 1946 das Archigymnasium Soest besuchen, wo er im März 1952 die Prüfung zum Abitur bestand.

Ab Mitte 1952 studierte er das Fach Chemie an der Westfälische Wilhelms-Universität. Im Mai 1958 bestand er die Prüfung zum Diplom-Chemiker mit der Arbeit Untersuchungen an Lithiumhexafluorometallaten Li2MnF6 und Li2ZrF6. Die Anleitung zu dieser Arbeit gab Wilhelm Klemm als Leiter des Anorganisch-chemischen Instituts. Klemm gab ihm auch das Thema der Dissertation Über Fluorometallate des Lithiums und Natriums und Mangantetrafluorid vor, mit der er am 16. Februar 1962 die Promotion unter dem Dekanat von Ewald Wicke erlangte. In seiner Dissertation untersuchte und analysierte er die Eigenschaften von Fluoromanganate des Lithiums (LiMnF3,LiMnF4,LiMnF5) und der Lithium- und Natriumtrifluorocupraten(II)(LiCuf3,NaCuF3).

Weiterhin untersuchte er die Verbindungen Na2SiF6 und Li2SiF6 und erstellte Abbilder der Kristallstruktur mittels der Röntgenographie von Li2SiF6. Diese Verbindung analysierte er auch an Einkristallen bei höheren Temperaturen. Danach gelang es ihm mit Rudolf Hoppe im Jahre 1962, die binäre Edelgasverbindung von Xenon mit Fluor als Xenondifluorid (XeF2) zu synthetisieren. Im Jahre 1962 begann seine Tätigkeit bei der Degussa AG. Mehrere Jahre forschte er dort auf dem Gebiet der Keramik, um dann in Limoges die Leitung eines Werkes zu übernehmen.

Im Metallwerk Wolfgang leitete er von 1972 bis 1992 die Aufarbeitungs- und Konfektionsbetriebe für Silber, Gold und Platinmetalle. Er vertrat auch dieser Zeit die Darstellung der Edelmetallchemie des Unternehmens in der Öffentlichkeit und in Publikationen. Im März 1993 ging er in den Ruhestand.[2]

Schriften

  • Zur Kristallstruktur von Li2ZrF6 mit Rudolf Hoppe, in: Naturwissenschaften, 1960, Jahrgang 47, Heft 17, S. 397
  • Über Fluoromanganate der Alkalimetalle mit Rudolf Hoppe und Werner Liebe, in: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie, Volume 307, Issue 5-6, pages 276-289, Februar 1961
  • Mangantetrafluorid, MnF4 mit Rudolf Hoppe und Wilhelm Klemm, in: Naturwissenschaften 48 (1961): page 429
  • Mangantetrafuorid (MnF6 mit Rudolf Hoppe und Wilhelm Klemm, in: Naturwissenschaften, 1961, Jahrgang 48, S. 429
  • Über Fluoromanganate der Alkalimetalle", in: Zeitschrift für Anorganische Allgemeine Chemie 307 (1961): pages 276-289
  • Mangantetrafluorid MnF4 mit Rudolf Hoppe und Wilhelm Klemm, in: Die Naturwissenschaften, 1961, Jahrgang 48, Heft 11, S. 429
  • Über Fluorometallate des Lithiums und Natriums und Mangantetrafluorid, Münster 1962 (Dissertation)
  • Mangantetrafluorid mit einem Anhang über LiMnF5 und LiMnF4 mit Rudolf Hoppe und Wilhelm Klemm, in: Justus Liebigs Annalen der Chemie, Volume 658, Issue 1, pages 1-5, October 1962
  • Fluorierung von Xenon, mit Rudolf Hoppe, Harald Mattausch und Karl-Martin Röder, in: Angewandte Chemie, 74. Jahrgang, 1962, Nr. 22, S. 903
  • Fluorination of Xenon mit Rudolf Hoppe, Marald Mattauch und Karl-Martin Rödder, in: Angewandte Chemie - International Edition, 1962 Vol 1 , 11 Issue, p. 599
  • Die Kristallstruktur von SnF4 und PbF4 mit Rudolf Hoppe, in: Die Naturwissenschaften, 49. Jg., Hefet 11, 1962, S. 254-255
  • On the Fluorination of Xenon: Xenon Difluoride mit Rudolf Hoppe, Harald Mattauch und Karl-Martin Rödder, in: Nobel-Gas Compounds, University of Chicago Press, 1963 , p. 98-100

Einzelnachweise

  1. Die US-amerikanische Gruppe waren Howard H. Claassen, Henry Selig und John G. Malm vom Argonne National Laboratory. Sie veröffentlichten am 1. Oktober 1962 in Chemical and Engineering News, 1962, S. 39 eine Notiz über eine Synthese von XeF4
  2. Anzeige in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 15. Oktober 2010

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

06.05.2021
Astrophysik - Relativitätstheorie
Teleskop zur Erforschung von Objekten höchster Dichte im Universum
Eine internationale Gruppe von Astronomen hat erste Ergebnisse eines groß angelegten Programms vorgestellt, bei dem Beobachtungen mit dem südafrikanischen MeerKAT-Radioteleskop dazu verwendet werden, die Theorien von Einstein mit noch nie dagewesener Genauigkeit zu testen.
11.05.2021
Physikdidaktik - Quantenphysik
Quantencomputing einfach erklärt
„Quantencomputing kompakt“ lautet der Titel eines aktuellen Buchs, das Bettina Just veröffentlicht hat.
06.05.2021
Festkörperphysik - Quantenphysik
Auf dem Weg zum kleinstmöglichen Laser
Bei extrem niedrigen Temperaturen verhält sich Materie oft anders als gewohnt.
28.04.2021
Galaxien - Sterne
Die Entdeckung von acht neuen Millisekunden-Pulsaren
Eine Gruppe von Astronomen hat mit dem südafrikanischen MeerKAT-Radioteleskop acht Millisekunden-Pulsare entdeckt, die sich in Kugelsternhaufen mit hoher Sterndichte befinden.
07.04.2021
Teilchenphysik
Handfeste Hinweise auf neue Physik
Das Fermilab (USA) hat heute erste Daten aus dem Myon g-2 Experiment veröffentlicht, welche die Messwerte des gleichnamigen, 2001 durchgeführten Experiments am Brookhaven National Laboratory bestätigen.
19.04.2021
Exoplaneten
Neuer Exoplanet um jungen sonnenähnlichen Stern entdeckt
Astronomen aus den Niederlanden, Belgien, Chile, den USA und Deutschland bilden neu entdeckten Exoplaneten „YSES 2b“ direkt neben seinem Mutterstern ab.
01.04.2021
Teilchenphysik
Myon g-2: Kleines Teilchen mit großer Wirkung
Das Myon g-2-Experiment des Fermilab in den USA steht vor einem Sensationsmoment, der die Geschichte der Teilchenphysik neu schreiben könnte.
01.04.2021
Planeten - Elektrodynamik - Strömungsmechanik
Zwei merkwürdige Planeten
Uranus und Neptun habe beide ein völlig schiefes Magnetfeld.
30.03.2021
Kometen_und_Asteroiden
Der erste interstellare Komet könnte der ursprünglichste sein, der je gefunden wurde
Neue Beobachtungen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) deuten darauf hin, dass der abtrünnige Komet 2I/Borisov einer der ursprünglichsten ist, die je beobachtet wurden.
25.04.2021
Raumfahrt - Astrophysik - Teilchenphysik
Erstmals Atominterferometer im Weltraum demonstriert
Atominterferometer erlauben hochpräzise Messungen, indem sie den Wellencharakter von Atomen nutzen.