Statuario


Statuario

Eine der bekanntesten Marmorstatuen, der David von Michelangelo

Der Statuario ist ein Marmor-Typ innerhalb der ca. 50 Carrara-Marmore, der aus den Steinbrüchen bei Carrara in Italien stammt, der sehr feinkörnig ist und weiß bis leicht gelblich schimmert. Der eigentliche Statuario stammt aus den Steinbrüchen des Berges Altissimo bei Seravezza in den Apuanischen Alpen, an dem Berg, an dem sich auch die Steinbrüche von Michelangelo befanden.

Der Begriff leitet sich aus seiner über Jahrhunderte andauernden Verwendung als Bildhauermaterial für Statuen ab. Dazu sollte das Gestein rein weiß sein und eine bestimmte kristalline Körnigkeit aufweisen. Geaderte Varietäten werden als Statuario venato gehandelt. Dabei spielt der rein weiße Fond die entscheidende Rolle, da die gewöhnlichen (billigeren) geaderten Sorten von den italienischen Fachleuten unter Carrara ordinario laufen und keinen reinweißen Grundton tragen. Eine Unterscheidung ist für Unkundige oft schwer.

Statuario ist wegen seiner besonders kleinen Kalkspat-Minerale am besten für filigrane künstlerische Arbeiten geeignet, im Gegensatz zu den grobkörnigeren Carrarasorten „ordinario“ und „venato“. Neben der Feinkörnigkeit erkennt man diesen Marmor an der leicht gelblichen Einfärbung, während graue Streifen sehr selten sind. Gefunden wird dieser seltene Marmor der Steinbildhauer nur in einigen Steinbrüchen der Apuanischen Alpen am Altissimo.

Dementsprechend teuer und begehrt ist dieser Marmor. Aber nicht nur seine Eigenschaften machen ihn so umkämpft, sondern er wird mittlerweile auch knapp, denn viele Jahre lang und immer noch wird so viel davon abgebaut, wie nur irgend möglich; von den über zwei Millionen Tonnen Marmor, die in Italien jährlich abgebaut werden, stammen rund zwei Drittel aus den kostbaren Fundstätten um Carrara. Dabei werden rein weiße Typen, die in anderen Steinbrüchen Carraras vorkommen, und nicht in denen bei Seravezza, auch als Statuario bezeichnet.[1] Inzwischen fordern viele Künstler den Statuario möglichst nicht mehr im Bau anzuwenden.

Literatur

  • Frederick Bradley: Guida alle Cave di Marmo di Carrara. Lucca 1991
  • Christiane Klapisch-Zuber: Les maîtres du marbre, Carrare 1300-1600. Paris 1969
  • Friedrich Müller: Internationale Natursteinkartei. 3. Aufl. 1993. Ebner Verlag. Ulm 1993

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Friedrich Müller: Internationale Natursteinkartei. Blatt 9.2.50 (siehe Literatur)