Schießwolle 36

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Schießwolle 36 war die deutsche Bezeichnung für ein Sprengstoffgemisch, das 1936 von der Wehrmacht eingeführt wurde. Die Bezeichnung deutet zwar auf einen Zusammenhang mit Schießbaumwolle hin, tatsächlich hat er aber damit nichts zu tun. Es handelt sich um eine gießbare Mischung aus 67 % Trinitrotoluol (TNT), 8 % Hexanitrodiphenylamin und 25 % Aluminium, wobei das Mischungsverhältnis im Laufe der Zeit leichten Variationen unterlag. Sie kam vor allem in Torpedos und Seeminen während des Zweiten Weltkrieges zum Einsatz. Schießwolle 36 war so zündträge, dass selbst ein Treffer des Gefechtskopfes durch ein 2 cm Geschoss lediglich zum Abbrennen, jedoch nicht zur Explosion führten. Darum erfolgte die Zündung eines Torpedogefechtskopfes in drei Stufen, durch eine Initialladung auf eine Übertragungsladung die erst dann die Schießwolle 36 zündete.[1]

Weitere als Schießwolle bezeichnete Mischungen waren

  • Schießwolle 18: Zusammensetzung: 60 % TNT, 24 % Hexanitrodiphenylamin, 16 % Aluminiumpulver;
  • Schießwolle 39: Zusammensetzung: 45 % TNT, 5 % Hexanitrodiphenylamin, 20 % Aluminiumpulver, 30 % Ammoniumnitrat.

Nachweise

  1. Eberhard Rössler: Die Torpedos der deutschen U-Boote. Mittler Verlag Hamburg, Berlin, Bonn 2005. ISBN 3-8132-0842-7. S. 79