Saccharomyces carlsbergensis


Saccharomyces carlsbergensis

Saccharomyces carlsbergensis
Systematik
Unterabteilung: Saccharomycotina
Klasse: Saccharomycetes
Ordnung: Echte Hefen (Saccharomycetales)
Familie: Saccharomycetaceae
Gattung: Zuckerhefen (Saccharomyces)
Art: Saccharomyces carlsbergensis
Wissenschaftlicher Name
Saccharomyces carlsbergensis
E. Chr. Hansen

Der Hefepilz Saccharomyces carlsbergensis ist nach der großen dänischen Brauerei Carlsberg benannt worden. Er wird zur Bierherstellung bis heute verwendet, findet aber auch im wissenschaftlichen Bereich, zum Beispiel bei der Untersuchung von Teilprozessen der Glykolyse mit neuen Verfahren Verwendung.

Geschichte

Der Sohn des Gründers, Jacob Christian Jacobsen, der unter anderem Louis Pasteur zu seinen Freunden und Kollegen zählen konnte, hat 1875 ein Labor in der väterlichen Brauerei eingerichtet, aus dem später das Carlsberg-Forschungszentrum entstand. In diesem Labor wurde 1883 die erste Hefezelle isoliert.[1] Der Entdecker war Emil Christian Hansen. Noch heute werden in Brauereien Hefereinzuchten in den sogenannten „Carlsberg-Kolben“ herangezogen.

S. carlsbergensis wird zum Bierbrauen von untergärigen Bieren wie Lagerbieren verwendet, wohingegen konventionelle Hefen wie Saccharomyces cerevisiae kaum noch zum Einsatz kommen.[2] Grund hierfür ist unter anderem auch, dass beim Brauprozess ein Absinken der Hefen erwünscht ist, wie es bei S. carlsbergensis der Fall ist.

Abstammung

S. carlsbergensis ist ein Hybrid aus Saccharomyces bayanus und Saccharomyces cerevisiae, so dass hier phänotypische und genomische Ähnlichkeiten zu beiden Arten vorliegen[3]. Das Genom von S. carlsbergensis ist bis zu 60 % größer als das von S. cerevisiae, da hier Teile zweier Genome enthalten sind[4]. Allerdings scheint es, dass der größte Teil des Genoms von S. bayanus stammt. Dieser Teil könnte aber auch von der 2011 entdeckten Art S. eubayanus stammen, die im Gegensatz zu S. bayanus natürlich vorkommt.[5]

Einzelnachweise

  1. http://www.yeastgenome.org/VL-what_are_yeast.html Eintrag auf yeastgenome.org
  2. http://www.microbiologybytes.com/video/Scerevisiae.html Erwähnung auf microbiologybytes.com (engl.)
  3. Tamai Y, Momma T, Yoshimoto H, Kaneko Y., Co-existence of two types of chromosome in the bottom fermenting yeast, Saccharomyces pastorianus. (engl.)
  4. Montrocher R et al (1998), Phylogenetic Analysis of the Saccharomyces cerevisiae Group Based on Polymorphisms of the rDNA Spacer Sequences, Int. J. Syst. Bacteriol., vol 48, pp 295–303
  5. Moderne Bierhefe hat südamerikanische Wurzeln, Spektrum der Wissenschaft, 22. August 2011