Océ

Océ N.V.
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Rechtsform AG (global)
ISIN NL0000354934
Gründung 1877
Sitz Venlo, Niederlande
Leitung Anton Schaaf, Chairman und CEO
Mitarbeiter 24.000 weltweit (Stand: 2008)
Umsatz 3,1 Mrd. Euro (Stand: 2007)
Produkte u.a. Kopierer, Digitaldrucksysteme, Dokumentenmanagement
Website global.oce.com

Océ ist eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich der Digitaldruck- und Dokumentenmanagement-Produkte. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 24.000 Mitarbeiter und ist in circa 90 Ländern tätig. Der Hauptsitz befindet sich in Venlo, Niederlande. Océ gehört seit 2010 zum Canon-Konzern.[1]

Geschichte

Das Unternehmen wurde im Jahre 1877 von dem Apotheker Lodewijk van der Grinten in Venlo gegründet. Dieser war auf der Suche nach Nebenerwerbsquellen auf die Marktlücke Butterfarbe gestoßen. Damit lässt sich die weiße Substanz der 1869 erfundenen Margarine so färben, dass sie der üblichen Butter entspricht. Bis zum Ersten Weltkrieg wuchs das Unternehmen stetig und weitere Mitglieder der Familie van der Grinten traten in die Firma ein.

Nachdem das Unternehmen im Jahre 1918 Verluste schrieb, beschloss Frans van der Grinten, das in der Firma vorhandene Know-how über Farbstoffe anderweitig zu nutzen: Im Bereich Blaudruckmaterialien. Die ersten Schritte in diesem Markt bestanden in der Produktion von Blaudruckpapier, das in den 1920er Jahren häufig zur Vervielfältigung von Linearzeichnungen verwendet wurde. Die Brüder Karel und Louis entwickelten dabei ein neues Verfahren, das 1930 unter dem Namen Océ auf den Markt kam, wobei der Name nicht mehr als die Abkürzung für „Ohne Componente“ (OC) ist.

Mit dem Durchbruch der Xerographie 1960 verschwanden bald alle bis dahin üblichen Kopiertechniken und der Trend für die Zukunft lautete: Kopieren auf Normalpapier. Auch Océ-van der Grinten, so der inzwischen überall eingetragene Firmenname, verlegte sich nunmehr auf die Normalpapier-Kopiertechnik.

Am 16. November 2009 gab der japanische Elektronikkonzern Canon bekannt das Unternehmen Océ übernehmen zu wollen. Canon wollte dafür sämtliche umlaufenden Aktien von Océ zum Preis von 8,60 Euro je Aktie kaufen. Laut dem niederländischen Unternehmen werden Canon und Océ durch ihr Zusammengehen zum Weltmarktführer in der Print-Industrie.[2][3][4]

Konzernstruktur

Die deutsche Niederlassung Océ-Deutschland GmbH hat ihren Sitz in Mülheim an der Ruhr.

1996 wurde die Sparte Hochleistungsdrucker (HLD) des Siemens-Konzerns übernommen und als Océ Printing Systems GmbH mit dem Standort Poing in den Konzern eingegliedert. Bis einschließlich 2007 fand an diesem Standort jedes Jahr die Océ OpenHouse statt, die größte jährliche Digitaldruck-Fachmesse in Europa.

Der gemeinsame Hauptsitz der Océ (Schweiz) AG und der Canon (Schweiz) AG ist in Wallisellen bei Zürich angesiedelt. 1997 übernahm Océ die Mehrheit der Aktien von Messerli Informationstechnik (gegründet 1876), die dadurch 1998 in Océ (Schweiz) AG umbenannt wurde, gleichzeitig wurde Océ Printing Systems in die neue Firma integriert. 2006 übernahm Océ (Schweiz) AG die System- und Service-Aktivitäten der mpa Direct AG.

Forschung und Entwicklung

Océ entwickelt die Mehrzahl seiner Technologien selbst und hat zahlreiche Patente weltweit angemeldet.

Produkte und Geschäftsbereiche

Océ Wide Format Printing Systems

Großformat-Druck in Schwarzweiß und Farbe, für Innen- und Außenanwendungen

Technical Documentation Systems

Produktion und Management technischer Dokumentationen

Display Graphics

Großformatdrucker, Software und Medien für die Produktion von farbigen Postern, Bannern, Fußboden- und Verkehrsmittelwerbung

Océ Digital Document Systems

Corporate Printing

Lösungen für

  • Industrie und Handel
  • Finanzdienstleister und Telekommunikationsunternehmen
  • Öffentliche Auftraggeber

Commercial Printing

Lösungen für

  • Druckdienstleister
  • Werbe- und Kommunikationsagenturen
  • Verlage

Océ Imaging Supplies

Verbrauchsmaterialien: großformatige Materialien für die Ausgabe im technischen und im CAD-Bereich, großformatige Farbmedien für Display Graphics sowie Büroverbrauchsmaterialien.

Océ Business Services

Anbieter von Dienstleistungen in den Bereichen Druck- und Dokumentenmanagement, sowie für das Management von Dokumentenprozessen bis hin zu Business-Process-Outsourcing-Lösungen.

Océ ColorStream 10000

OKB Océ Knowledge Base

Die Océ Knowledge Base (Wissensdatenbank) wurde eingeführt, um alle Océ-Datenbanken zu einer Datenbank zusammenzuführen. Des Weiteren wird diese dazu benutzt, die Wissenslücken zwischen den Marketing-Dokumenten, Benutzerhandbüchern und technischen Handbüchern zu schließen.

iF product design award 2009

Das Océ Drucksystem ColorStream 10000 hat den iF Product Design Award 2009 gewonnen, der von der iF International Forum Design GmbH für exzellentes Design verliehen wird.

Gewinner des iF Product Design Award 2012

Das gemeinsam von Canon und Océ entwickelte Digitale Drucksystem Océ VarioPrint® DP Line gewinnt am 19. März 2012 den iF Product Design Award 2012.[5][6]

Gewinner des Bayerischen Innovationspreises 2012

Die in Poing bei München ansässige Entwicklungs- und Produktionsniederlassung Océ Printing Systems GmbH, eine Tochtergesellschaft von Océ, wurde am 19. November 2012 als Preisträger einer der drei Hauptpreise ausgezeichnet. Gegenstand der Innovation ist das "Océ Color Stream 3000 Serie Inkjet Drucksystem".[7]

Einzelnachweise

  1. Geschäftsbericht Canon 2010 (englisch)
  2. Reuters vom 16. November 2009: Canon to buy Netherlands' Oce for 730 mln euros Auf: www.reuters.com. Abgerufen am 17. November 2009, 2:00 Uhr
  3. Bloomberg vom 16. November 2009: Canon Agrees to Acquire Oce for 730 Million Euros (Update6) Auf: www.bloomberg.com. Abgerufen am 17. November 2009, 2:00 Uhr
  4. Reuters Deutschland vom 16. November 2009: Canon will niederländische Oce übernehmen Auf: de.reuters.com. Abgerufen am 17. November 2009, 2:00 Uhr
  5. iF product design award 2012 für Océ VarioPrint 135
  6. Digital print system co-developed by Canon and Océ wins prestigious design prize
  7. Zeil: „Weiß-blaue Erfindungen sind spitze“, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, Pressemitteilung, 19. November 2012

Weblinks

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