Imprägnierung


Imprägnierung

Imprägnierung (= Hydrophobierung) ist ein Schutz von Gewebestoffen, z. B. Zelten oder Bekleidung, vor Durchfeuchtung. Das Wort leitet sich vom spätlateinischen impraegnare für „schwängern“ her. Gemeint ist es hier im Sinne von „durchtränken“ (mit einer schützenden Substanz).

Imprägnierungsmittel werden größtenteils aus Paraffinen hergestellt, aber auch Wachse, Kunstharze und Silikone werden verwendet. Guten permanenten Schutz bieten aber nur Fluorcarbonausrüstungen.

Auftragsmöglichkeiten

In der Textilindustrie gibt es unterschiedliche Verfahren bzw. Aggregate, um Imprägnierungen aufzutragen, z.B.:

  • Foulardieren
  • Tauchen
  • Sprühen
  • Druckimprägnieren
  • Pflatschen (Kiss-Roll)

Beispiele

Bauwesen

Im Bauwesen bezeichnet Imprägnierung das Tränken von Baustoffen mit wasserabweisenden Mitteln, um die Baustoffe gegen schädigende Wasseraufnahme zu schützen. Die verschiedenen Verfahren der Imprägnierung bei Holz sind Tauchen, Spritzen und Kesseldruckimprägnierung, siehe auch Holzschutzverfahren. Bei Betonoberflächen entspricht die Hydrophobierung weitgehend einer Imprägnierung. Neben der Versiegelung und der Beschichtung ist dies eine Art eines Oberflächenschutzsystems.

Papierindustrie

Hauptartikel: Leimung

In der Dekor-Papierindustrie werden bei der Imprägnierung (hier auch Beharzung genannt) verschiedenste Papiere in einem Harzbad getränkt und anschließend getrocknet. Die imprägnierten Papiere können im Anschluss auf diverse Trägerplatten (Spanplatte, MDF-Platte, usw.) unter hohem Druck und großer Temperatur verpresst werden.

Eine weitere Anwendung der Imprägnierung ist beispielsweise in der Maler-Klebebandherstellung zu finden. Das Papier wird hierbei mit einem Kunststoffpolymer imprägniert, um es nassfester zu machen und die Bruchkraft zu steigern.

Histologie

In der Histologie werden fixierte und entwässerte Gewebeproben mit Xylol (Klärmittel, Intermedium) durchtränkt. Das Xylol wird beim Imprägnationsschritt (Durchdringen bis zur Sättigung) von heißem, flüssigem Paraffin verdrängt. Die Einwirkung von Unterdruck (Vakuum) erleichtert den Flüssigkeitsaustausch, die erhöhte Temperatur (bei 60 °C) erleichtert das Abdampfen des Klärmittels und verringert die Viskosität. Die Imprägnation mit Kunststoffen erfolgt mit einer monomeren, flüssigen Lösung, die in Folge zur Polymerisierung angeregt wird und dadurch verfestigt.

Umweltproblematik

Perfluorierte Tenside aus Imprägniermitteln (speziell zum (wieder) wasserfest machen von atmungsaktiven Textilien), die auch in Haushalten verwendet werden, gelangen über Haushaltsabwässer in die Umwelt und reichern sich dort an, weil sie biologisch nicht abbaubar sind. [1] [2]

Einzelnachweise

  1. Umweltbundesamt, abgerufen am 11 .November 2011
  2. Tenside, Nanopartikel und Medikamentenreste im Grundwasser, abgerufen am 11. November 2011

Siehe auch