Ibbenbürener Sandstein


Ibbenbürener Sandstein

Dom in Osnabrück aus Ibbenbürener Sandstein
Die aus Ibbenbürener Sandstein errichtete Evangelische Kirche Recke
Steinbruch am Kälberberg
Ibbenbürener Sandstein, Muster ca. 24 × 15 cm
Felsbrocken: gelber Ibbenbürener Sandstein

Der Ibbenbürener Sandstein (auch Kohlensandstein) ist ein Karbonsandstein, der seinen Namen von der Stadt Ibbenbüren im nördlichen Westfalen erhalten hat, wo sich seine Vorkommen bei der Ibbenbürener Bergplatte erstrecken. Der Ibbenbürener Sandstein ist ein Quarzgestein mit hohem Kieselsäureanteil und ist schon über Jahrhunderte hinweg ein beliebtes Baumaterial. Er zeichnet sich durch hohe Widerstandskraft gegen Verwitterung aus. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Osning-Sandstein, der südlich von Ibbenbüren im Teutoburger Wald vorkommt.

Vorkommen

Das Vorkommen des Ibbenbürener Sandsteins von oberkarbonischem Alter (Westfal C und D) liegt bei Ibbenbüren an der Ibbenbürener Bergplatte in einem kleinen geschlossenen Vorkommen. Der Abbau findet hauptsächlich im Westteil der Bergplatte statt, der hier eigentlich Dickenberg heißt. Vor allem im Bereich der Orte Dickenberg, Uffeln, Püsselbüren, Steinbeck und Obersteinbeck sind Steinbrüche zu finden.

Entstehung

Der Ibbenbürener Sandstein entstand vor etwa 300 Millionen Jahren in einem Zeitabschnitt des Oberkarbon. Bei den Bewegungen der Erdkruste wurden die Schichten des Karbon gefaltet und verdichtet und durch Gebirgsbildung des Teutoburger Waldes und des Bramscher Plutons an die Erdoberfläche geschoben.

Eigenschaften

Der Ibbenbürener Sandstein ist mittel- bis grobkörnig, bisweilen auch konglomeratisch ausgebildet, quarzitisch gebunden und von hellgrauer, auch gelblicher oder bräunlicher Farbe. Seine Farbgebung reicht von grau über gelblich/rötlich bis hin zum Braunen. Aufgrund einer starken Farbstrukturierung erscheint seine Maserung bestimmend, was jedoch im Gesamtbild einen harmonischen Anblick ergibt.

Bei den Komponenten überwiegt der Quarz neben Gesteinsbruchstücken. Limonitausfällungen treten in Form von auffälligen konzentrischen Ringen, den sogenannten Liesegangschen Fällungsringen, auf. In den höchsten Schichten des Westfal D, die am Kälberberg im Abbau stehen, treten auch primär rote Farbtöne auf.

Bedingt durch Entstehung und geologische Zuordnung prägen kleine Löcher sowie Lehm-, Eisen-, Kiesel- und andere natürliche Einschlüsse den unverkennbaren Charakter des Ibbenbürener Sandsteins.

Die Druckfestigkeit reicht an die Werte grobkörniger Granite heran.

Technische Werte

  • Rohdichte 2,44 g/cm³;
  • Wasseraufnahme (Atm.) 2,0 Gew.-%;
  • Druckfestigkeit 120,7 N/mm²;
  • Biegefestigkeit 7,6 N/mm²;
  • Abriebfestigkeit -- cm³/50cm²
  • Ankerdornausbruchslast, mit Gleithülse bei 4 cm Stärke Fzul = 5 % Quantil/3 = 0,39 KN

Verwendung

Der Ibbenbürener Sandstein wird zu Mauersteinen, Fenster- und Türgewänden, Verblendern, Blockstufen und Bodenplatten verarbeitet. Er ist frostbeständig und in Innen- und Außenbereich einsetzbar.

Bauten aus Ibbenbürener Sandstein:

  • Die ev. Kirche in Recke wurde vor circa 800 Jahren aus diesem Sandstein gebaut, und man sieht bis heute so gut wie keine Verwitterungserscheinungen
  • Dom St. Peter in Osnabrück
  • Ev. Christuskirche Ibbenbüren Ende des 12. Jahrhunderts,
  • Zahlreiche Gebäude in der Region und darüber hinaus

Die oftmals verbreitete Aussage, der Sockel der Freiheitsstatue in New York bestehe aus Ibbenbürener Sandstein, stimmt nicht. Laut einem offiziellen Schreiben der Stadt Ibbenbüren an die Stadt New York, wurde seitens der Stadt New York klargestellt, dass der Sockel der Freiheitsstatue nicht einmal aus Sandstein besteht.

Ähnliche Gesteine

Siehe auch

  • Liste von Sandsteinsorten

Literatur

  • Otto Sickenberg: Steine und Erden. Die Lagerstätten und ihre Bewirtschaftung. Geologie und Lagerstätten Niedersachsens, 5. Bd., Dorn-Verlag, Bremen, Horn 1951, S. 125ff.