Heinrich Byk

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Heinrich Byk (* 7. Juli 1845 in Brody; † 2. Juli 1923 in Berlin[1]) war ein deutscher Chemiker und Unternehmer.

Leben

Byk wurde 1845 als Sohn des jüdischen Bankiers Samuel Alexander Byk im galizischen Brody geboren, das damals zur K.u.k.-Monarchie gehörte. Sein Vater war ein Anhänger der Haskala. 1850 zog er mit seiner Familie ins liberale Preußen. Er lebte zunächst in Berlin und ab 1859 in Leipzig. Er besuchte bis 1864 die humanistische Thomasschule.[2] Nach dem Abitur studierte er Naturwissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Universität Leipzig und wurde 1870 bei Hermann Kolbe mit der Dissertation Die isomeren Bernsteinsäuren zum Dr. phil. promoviert.

Im Jahr 1873 zog er nach Berlin und gründete die Firma Dr. Heinrich Byk. 1881 wurde der Firmenname in Dr. Heinrich Byk, Fabrik pharmazeutischer, photographischer und technischer Produkte umbenannt. 1885 verlagerte er die chemische Produktion nach Oranienburg. 1896 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft (Stammkapital: 1,5 Millionen Goldmark) umgewandelt und nahm den neuen Namen Chemische Werke vorm. Dr. Heinrich Byk an. 1911 erhielt er für seine Produkte Euphyllin und Pergenol die Goldene Medaille bei der Internationalen Hygiene-Ausstellung Dresden 1911. 1915 zog sich Heinrich Byk aus seinem Unternehmen zurück und übergab die Verantwortung an den Chemiker Paul Gulden.

Zusammen mit seinem Bruder Siegmund Byk wurde er 1892 in die Frankfurter Freimaurerloge Zur aufgehenden Morgenröthe aufgenommen.

Familie

Heinrich Byk war mit Agnes Bamberger, Tochter des Sigismund Bamberger (1817-1881) und Schwester des Professors an der ETH Zürich Eugen Bamberger, verheiratet. Das Paar lebte in Charlottenburg und hatte drei Söhne, Alfred, Rudolph und Walter, und eine Tochter, Alice, die mit dem Hals-Nasen-Ohren-Arzt Dr. Lutz Albesheim in Berlin verheiratet war. Nach dem Tod seiner Frau 1907 zog Heinrich Byk zu seinem Sohn, dem Rechtsanwalt und Notar Rudolf Byk, nach Berlin-Schöneberg. Heinrichs ältester Sohn Alfred Byk war Professor für Physikalische Chemie in Berlin.

Ehrungen

In Oranienburg wurde die Dr.-Heinrich-Byk-Straße nach ihm benannt.

Literatur

  • Ernst Peter Fischer: Byk Gulden. Forschergeist und Unternehmermut. 2. Auflage, Piper, München 1998. ISBN 3-492-04073-X.

Einzelnachweise

  1. Zeitschrift für Elektrochemie und angewandte physikalische Chemie 29 (1923), S. 508.
  2. Richard Sachse, Karl Ramshorn, Reinhart Herz: Die Lehrer der Thomasschule zu Leipzig 1832–1912. Die Abiturienten der Thomasschule zu Leipzig 1845–1912. B. G. Teubner Verlag, Leipzig 1912, S. 41.

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