Goldberyll


Goldberyll

Goldberyll (Heliodor)
Goldberyll im Ceylon-Schliff und gelber Beryll (Amarillo) im Treppenschliff

Der Goldberyll ist eine hellgelbe bis grünlichgelbe (Heliodor) Varietät des Minerals Beryll (Be3Al2[Si6O18]). Seine chemischen und physikalischen Eigenschaften stimmen mit denen der anderen Beryllvarietäten überein. Im Gegensatz zum Smaragd hat er allerdings nur selten Einschlüsse.

Farbe

Die gelbe Farbe des Goldberyll entsteht, wenn der in der chemischen Formel okatedrisch strukturierte Aluminium durch Fe3+ ersetzt wird. Sie kann aber in der Natur auch durch Emission von alpha-, beta- und gamma-Strahlung benachbarter, radioaktiver Minerale wie Zirkon, Columbit, Uraninit oder andere erzeugt bzw. verstärkt werden. Aufgrund der Strahlung ionisiert Fe2+ zu Fe3+, wobei die vormals blaue Farbe allmählich über grünlichblau nach gelb umschlägt.

Fundorte

Goldberyll findet man meist in den gleichen Edelsteinlagerstätten wie den Aquamarin. Die wichtigsten Fundorte sind Sri Lanka und Südwestafrika.

Verwendung als Schmuckstein

Goldberyll bzw. Heliodor werden ebenso wie die anderen Edelberylle zu Schmucksteinen verarbeitet und erhält dabei überwiegend einen Facettenschliff. Um den Bedarf an kräftig goldgelben Steinen zu decken, werden blassgelbe Rohsteine mithilfe künstlich erzeugter radioaktiver Strahlung verstärkt.

Seine Wärmeempfindlichkeit stellt jedoch hohe Ansprüche an die Verarbeitung - schon ab einer Temperatur von 250 °C tritt eine Entfärbung auf, so dass der Beryll erblasst.

Literatur

  •  Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine. 13. Auflage. BLV Verlags GmbH, 1976/1989, ISBN 3-405-16332-3, S. 112.
  •  Bernhard Bruder: Geschönte Steine. Neue Erde, Saarbrücken 1998, ISBN 3-89060-025-5, S. 53, 54.

Weblinks