Fraßgift

Ein Fraßgift ist ein Gift, das über die Nahrung, also oral aufgenommen werden kann. Im Gegensatz dazu stehen Kontakt- und Atemgifte.

Fraßgifte in der Biologie

Die natürlich vorkommenden Fraßgifte kommen meist in Pflanzen (z.B. Nachtschattengewächse, Wolfsmilchgewächse) vor und wirken nur gegen bestimmte Lebewesen (z.B. Säugetiere). Einige dieser Fraßgifte können durch Erhitzen bzw. Kochen zerstört werden, so dass sonst ungenießbare Pflanzen sowohl als Nahrungsmittel beim Menschen als auch in der Tierhaltung eingesetzt werden können. So sind die rohen Beeren des Schwarzen Holunders für Vögel genießbar, für den Menschen dagegen nicht: bereits kleine Mengen von rohen Beeren oder frisch gepresstem Saft führen beim Menschen innerhalb weniger Minuten zu heftigem Erbrechen, größere Mengen sind giftig. Ebenso enthalten Amerikanische Kermesbeere und die oberirdischen Teile der Kartoffelpflanze verschiedene Fraßgifte. Ein sehr wirksames Fraßgift ist das Rizin. Die natürlich vorkommenden Fraßgifte werden teilweise in der Medizin und für andere Zwecke eingesetzt. Die oberirdischen Teile von Wolfsmilchgewächsen wirken als Rodentizid.

Fraßgifte in der Technik

Fraßgifte werden als Pflanzenschutzmittel, aber auch zur allgemeinen Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Dabei wird je nach Pflanzenschädling unterschieden zwischen Insektizid, Molluskizid, Akarizide oder auch Rodentizid.

Ein bekanntes Beispiel für ein Fraßgift ist DDT, das jedoch auch als Kontaktgift wirkt.

Die Wirkung des Fraßgifts zielt nicht nur darauf, dass der Köder, der das Gift enthält, vom abzutötenden Tier gefressen wird. Zudem ist es das Ziel ihres Einsatzes, dass die vergiftete Nahrung z. B. von Ameisen in deren Nest getragen und dort an die Königin und die Brut verfüttert wird, die dadurch auch vergiftet werden. Dazu werden meist Gifte eingesetzt, die erst nach mehrfacher Einnahme tödlich wirken.

Literatur

  • Franke, W.; Nutzpflanzenkunde. 1. Auflage Thieme Verlag, 1976; neu bearbeitet von R. Lieberei, Ch. Reisdorff, 7. Auflage 2007 ISBN 9783135304076
  • Ludwig, M.; Gebhardt, H.; Ludwig, H. W.; Schmidt-Fischer, S.: Neue Tiere & Pflanzen in der heimischen Natur. Einwandernde Arten erkennen und bestimmen. BLV München 2000, ISBN 3-405-15776-5

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

12.01.2021
Quantenoptik
Schnellere und stabilere Quantenkommunikation
Einer internationalen Forschungsgruppe ist es gelungen, hochdimensionale Verschränkungen in Systemen aus zwei Photonen herzustellen und zu überprüfen.
11.01.2021
Quantenoptik - Teilchenphysik
Elektrisch schaltbares Qubit ermöglicht Wechsel zwischen schnellem Rechnen und Speichern
Quantencomputer benötigen zum Rechnen Qubits als elementare Bausteine, die Informationen verarbeiten und speichern.
11.01.2021
Galaxien
ALMA beobachtet, wie eine weit entfernte kollidierende Galaxie erlischt
Galaxien vergehen, wenn sie aufhören, Sterne zu bilden.
08.01.2021
Optik - Teilchenphysik
Umgekehrte Fluoreszenz
Entdeckung von Fluoreszenzmolekülen, die unter normalem Tageslicht ultraviolettes Licht aussenden.
08.01.2021
Festkörperphysik - Teilchenphysik
Weyl-Punkten auf der Spur
Ein Material, das leitet und isoliert – gibt es das? Ja, Forschende haben erstmals 2005 sogenannte topologische Isolatoren beschrieben, die im Inneren Stromdurchfluss verhindern, dafür aber an der Oberfläche äußerst leitfähig sind.
07.01.2021
Raumfahrt - Festkörperphysik - Quantenoptik
MOONRISE: Schritt für Schritt zur Siedlung aus Mondstaub
Als Bausteine sind sie noch nicht nutzbar – aber die mit dem Laser aufgeschmolzenen Bahnen sind ein erster Schritt zu 3D-gedruckten Gebäuden, Landeplätzen und Straßen aus Mondstaub.
07.01.2021
Astrophysik - Relativitätstheorie
Konstanz von Naturkonstanten in Raum und Zeit untermauert
Moderne Stringtheorien stellen die Konstanz von Naturkonstanten infrage. Vergleiche von hochgenauen Atomuhren bestätigen das jedoch nicht, obwohl die Ergebnisse früherer Experimente bis zu 20-fach verbessert werden konnten.
05.01.2021
Thermodynamik
Weder flüssig noch fest
E
05.01.2021
Quantenoptik
Mit quantenlimitierter Genauigkeit die Auflösungsgrenze überwinden
Wissenschaftlern der Universität Paderborn ist es gelungen, eine neue Methode zur Abstandsmessung für Systeme wie GPS zu entwickeln, deren Ergebnisse so präzise wie nie zuvor sind.
22.12.2020
Galaxien - Sterne
Wie sich Sterne in nahe gelegenen Galaxien bilden
Wie Sterne genau entstehen, ist nach wie vor eines der grossen Rätsel der Astrophysik.