Flixborough-Unglück

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Als Flixborough-Unglück wird ein Chemieunfall in einem britischen Chemiewerk der Firma Nypro in Flixborough bei Scunthorpe in England bezeichnet. Das Unglück geschah am 1. Juni 1974. 28 Menschen kamen dabei ums Leben.

Vorgeschichte

Im Werk wird Caprolactam in einem Oxidationsprozess von Cyclohexan zur Herstellung von Polyamid-6 in mehreren Reaktoren produziert. Im März trat Cyclohexan durch ein Leck an einem Reaktor aus.[1] Es erfolgten mehrere Betriebsunterbrechungen in den nächsten Wochen, einige Reaktoren wurden ohne vorherige statische Berechnung zusammengeschlossen.

Unfall

Am 1. Juni barst aufgrund eines daneben ausgebrochenen Brandes im Werk eine mit Cyclohexan gefüllte Bypass-Leitung mit einer Stärke zwischen 15 und 45 Tonnen TNT.[2] Innerhalb einer Minute entwichen 40 Tonnen der Chemikalie in einer 100 m hohen Wolke und explodierte um 4:53 Uhr.[3] Neben den 28 Todesopfern wurden 36 Verletzte verzeichnet. 2000 Gebäude im Umkreis von 250 m wurden zerstört. Der Unfall fand an einem Wochenende mit stark reduzierter Belegschaft statt, ansonsten läge die Zahl der Opfer noch höher.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.risknet.de/Krisenmanagement.108.0.html
  2. http://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/physikalische_chemie/cramer2/rechtskunde2.pdf
  3. Das Unglück von Flixborough und seine Kausalfaktoren

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