Fibrate


Fibrate

Fibrate (Fibrinsäuren und deren Abkömmlinge) sind eine Gruppe von Carbonsäuren, die in der Medizin als Arzneistoff zur Behandlung hoher Blutfettwerte angewendet werden. Die Einnahme von Fibraten ist bei Hypercholesterinämie und Hypertriglyceridämie indiziert.

Wirkungsmechanismus

Fibrate bewirken eine Aktivitätssteigerung des Fettsäureabbaus in Peroxisomen durch Bindung an den intrazellulären PPARα (Peroxisom-Proliferator-aktivierter Rezeptor). Dabei führt, ähnlich dem Mechanismus von Glukokortikoidrezeptoren, die Bindung der Fibrate an PPARα zur Dimerisierung des Rezeptors und anschließender Bindung an die DNA. Dies führt unter anderem zu einem erhöhten Abbau des LDL-Cholesterins. Zudem wird die VLDL-Synthese vermindert.

Folge ist eine Abnahme des LDL um 10–20 % und eine Zunahme des „guten“ HDL um 5–10 %. Triacylglycerine sinken um 20–40 %. Trotzdem ist seit Jahrzehnten die Anwendung der Fibrate heftig umstritten, weil sie - im Gegensatz zu den Statinen- den Beweis der Lebensverlängerung bei breiter Anwendung bisher nicht erbracht haben. Bei der Behandlung der KHK gelten sie daher als Lipid-Senker der zweiten Wahl. [1] Anwendungsbeschränkungen für Fibrate gelten in Australien, Großbritannien und USA seit 1990. [2]

Interaktionen

Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente, kann es zu Wechselwirkungen kommen. So kann es zu verstärkter Antikoagulation bei gleichzeitiger Einnahme oraler Antikoagulantien sowie zu einer verstärkten Blutzuckersenkung bei gleichzeitiger Einnahme oraler Antidiabetika und Insulin kommen. Auch besteht ein erhöhtes Risiko von Myopathien bei gleichzeitiger Einnahme von Statinen und Nikotinsäurederivaten.

Als unerwünschte Arzneimittelwirkung besteht häufig eine Neigung der Bildung von Gallensteinen. Beschwerden des Gastrointestinaltraktes werden gleichsam beobachtet.

Vertreter

  • Clofibrat (außer Handel)
  • Bezafibrat (Cedur®)
  • Fenofibrat (Lipidil®, Liperial® [D]; Lipcor® [AT]; Lipanthyl® [CH])
  • Gemfibrozil (Gevilon®)

Literatur

  • Pharmakologie und Toxikologie 2006, Karow/Lang-Roth
  • Medizinische Chemie 2005, Steinhilber/Schubert-Zsilavecz/Roth

Einzelnachweise

  1. Empfehlungen zur Prophylaxe und Therapie der stabilen koronaren Herzkrankheit (KHK), 1. AUFLAGE 2004, S.18, abgerufen am 30. November 2012
  2. Arznei-telegramm 04/1990, S.39-40, abgerufen am 18. März 2010.
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