Engelhard Corporation

Die Engelhard Corporation war ein internationales Fortune 500-Unternehmen mit Sitz in Iselin, New Jersey. Es leistete wesentliche Beiträge zur Entwicklung des Fahrzeugkatalysators. Im letzten vollständigen Geschäftsjahr 2005 erzielte Engelhard mit weltweit ca. 7.100 Mitarbeitern einen Umsatz von 4,5 Mrd. $

Am 3. Januar 2006 gab die BASF ein Barangebot zur Übernahme sämtlicher Engelhard-Aktien zum Preis von 37 $ je Aktie bzw. 4,9 Mrd. $ insgesamt ab, nachdem zuvor Verhandlungen mit der Unternehmensleitung gescheitert waren.[1] Am 1. Mai 2006 wurde dieses Angebot auf 38 $[2] und am 22. Mai 2006 auf 39 $[3] je Aktie (5,1 Mrd. $ insgesamt) erhöht. Am 30. Mai wurde eine Einigung mit der Unternehmensleitung von Engelhard erzielt[4] und am 6. Juni gewann BASF die Aktienmehrheit.[5] Am 12. Juni gab sie das erfolgreiche Ende der Übernahme bekannt.[6]

Am 1. August wurde mit der weltweiten Umfirmierung der Engelhard Corporation in BASF Catalysts LLC, einer 100 %-Tochter der BASF Aktiengesellschaft, ein Prozess der Markenumstellung eingeleitet. Diese Aktivitäten wurden bis März 2007 abgeschlossen. Gleichzeitig wurde mit Planungen für eine Umstrukturierung begonnen und schließlich der Abbau von ca. 800 Arbeitsplätzen, vor allem in den USA, bekannt gegeben.[7]

Geschichte

Das Unternehmen wurde durch den Zukauf der Charles F. Croselmire Company in Newark, New Jersey 1902 von Charles Engelhard gegründet. Anschließend gründete er die American Platinum Works und erwarb 1903 andere Unternehmen. 1904 kaufte er die Baker & Co., ein Unternehmen zur Verschmelzung und Raffination von Platin, welches auch in Newark angesiedelt war. 1905 gründete er die Hanovia Chemical and Manufacturing Company in Newark. Ab 1950 wurde das Unternehmen vom Sohn und Erben des Gründers, Charles W. Engelhard, Jr. geleitet.

Engelhard wurde zum größten weltweiten Raffinator und Verarbeiter von Metallen der Platingruppe und Edelmetallen, ein Produzent von Silber und Silberlegierungen und Betreiber des größten Schmelzofens für Edelmetalle. Das Unternehmen entwickelte auch die Anwendung von flüssigem Gold für dekorative Anwendungen.

Quellen

  1. Pressemitteilung BASF vom 3. Januar 2006 (Volltext)
  2. Pressemitteilung BASF vom 1. Mai 2006 (Volltext)
  3. Pressemitteilung BASF vom 22. Mai 2006 (Volltext)
  4. Pressemitteilung BASF vom 30. Mai 2006 (Volltext)
  5. Pressemitteilung BASF vom 6. Juni 2006 (Volltext)
  6. Pressemitteilung BASF vom 12. Juni 2006 (Volltext)
  7. Pressemitteilung BASF vom 2. November 2006 (Volltext)

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

06.05.2021
Astrophysik - Relativitätstheorie
Teleskop zur Erforschung von Objekten höchster Dichte im Universum
Eine internationale Gruppe von Astronomen hat erste Ergebnisse eines groß angelegten Programms vorgestellt, bei dem Beobachtungen mit dem südafrikanischen MeerKAT-Radioteleskop dazu verwendet werden, die Theorien von Einstein mit noch nie dagewesener Genauigkeit zu testen.
11.05.2021
Physikdidaktik - Quantenphysik
Quantencomputing einfach erklärt
„Quantencomputing kompakt“ lautet der Titel eines aktuellen Buchs, das Bettina Just veröffentlicht hat.
06.05.2021
Festkörperphysik - Quantenphysik
Auf dem Weg zum kleinstmöglichen Laser
Bei extrem niedrigen Temperaturen verhält sich Materie oft anders als gewohnt.
28.04.2021
Galaxien - Sterne
Die Entdeckung von acht neuen Millisekunden-Pulsaren
Eine Gruppe von Astronomen hat mit dem südafrikanischen MeerKAT-Radioteleskop acht Millisekunden-Pulsare entdeckt, die sich in Kugelsternhaufen mit hoher Sterndichte befinden.
07.04.2021
Teilchenphysik
Handfeste Hinweise auf neue Physik
Das Fermilab (USA) hat heute erste Daten aus dem Myon g-2 Experiment veröffentlicht, welche die Messwerte des gleichnamigen, 2001 durchgeführten Experiments am Brookhaven National Laboratory bestätigen.
19.04.2021
Exoplaneten
Neuer Exoplanet um jungen sonnenähnlichen Stern entdeckt
Astronomen aus den Niederlanden, Belgien, Chile, den USA und Deutschland bilden neu entdeckten Exoplaneten „YSES 2b“ direkt neben seinem Mutterstern ab.
01.04.2021
Teilchenphysik
Myon g-2: Kleines Teilchen mit großer Wirkung
Das Myon g-2-Experiment des Fermilab in den USA steht vor einem Sensationsmoment, der die Geschichte der Teilchenphysik neu schreiben könnte.
01.04.2021
Planeten - Elektrodynamik - Strömungsmechanik
Zwei merkwürdige Planeten
Uranus und Neptun habe beide ein völlig schiefes Magnetfeld.
30.03.2021
Kometen_und_Asteroiden
Der erste interstellare Komet könnte der ursprünglichste sein, der je gefunden wurde
Neue Beobachtungen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) deuten darauf hin, dass der abtrünnige Komet 2I/Borisov einer der ursprünglichsten ist, die je beobachtet wurden.
25.04.2021
Raumfahrt - Astrophysik - Teilchenphysik
Erstmals Atominterferometer im Weltraum demonstriert
Atominterferometer erlauben hochpräzise Messungen, indem sie den Wellencharakter von Atomen nutzen.