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1908 wurde er, zusammen mit seinem Bruder Carl, von Kaiser Willhelm II in den Adelsstand erhoben.
Chemie
Bei seiner Neigung zur Analytischen Chemie der Farbstoffe trat er 1883 in die Farbwerke Cassella in Fechenheim, die damals von seinem Onkel Leo Gans geführt wurden. Gemeinsam mit seinem Bruder Carl von Weinberg machte er die Cassella um 1900 zum weltgrößten Hersteller synthetischer Farbstoffe. Weinberg war befreundet mit dem späteren NobelpreisträgerPaul Ehrlich, dessen Forschungen er unterstützte. 1908 wurde er nobilitiert. 1909 heiratete er die Niederländerin Wilhelmine Huygens.
Als Reserveoffizier diente Weinberg im Ersten Weltkrieg als Führer der 1. Eskadron vom 6. Bayerischen Reserve-Kavallerie-Regiment, zuletzt als Major.[2] 1916 übernahm er die Leitung des Referats Chemie im preußischen Kriegsministerium. Nach Kriegsende kehrte er in die Industrie zurück und wurde 1925 Mitglied des Aufsichts- und des Verwaltungsrates der I.G. Farbenindustrie AG, des damals größten Unternehmens in Deutschland.
Zeit des Nationalsozialismus
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten musste Weinberg seine Ehrenämter aufgeben und aus den Gremien der I.G. Farbenindustrie ausscheiden. In Vollzug der Arierparagraphen wurde er 1935 aus der Philisterliste seines Corps gestrichen.[2]
Weinberg zog zu seinen adoptierten Töchtern, erst zu Marie, später zu Charlotte Gräfin Spreti auf Schloss Pähl am Ammersee in Bayern. Auf Veranlassung des Gauleiters von Oberbayern, Paul Giesler, wurde er am 2. Juni 1942 verhaftet.[2] Nach Theresienstadt verbracht, starb er dort nach einer Cholezystektomie im Alter von 82 Jahren. Seine Asche wurde in die Eger gestreut.
Vorsitzender des Frankfurter Patronatsvereins für die Städtischen Bühnen
Mit seinem Bruder Carl gehörte Weinberg zu den Gründern des Vollblüter-Gestüts „Waldfried“.
Literatur
Hinrich Ritter, Werner Zeweck: Arthur von Weinberg 1860–1943 in memoriam. Chemische Berichte Heft 6/1956, S. XIX–XLI
Wolfgang Klötzer (Hg.):, Frankfurter Biographie. Zweiter Band M–Z. Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-7829-0459-1
Ernst Mack: Die Frankfurter Familie von Weinberg. Im Zeichen der Kornblumenblüten. Heimat- und Geschichtsverein Schwanheim e.V., 2000, ISBN 3-921606-55-1
Michael Stolleis: Wissenschaftler, Unternehmer, Mäzen, NS-Opfer. Zur Erinnerung an Arthur von Weinberg (1860–1943). In: Forschung Frankfurt, Wissenschaftsmagazin der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Heft 1/2007, S. 94–98
Hansjörg W. Vollmann: Arthur von Weinberg: Chemiker, Naturforscher. Chemie in unserer Zeit 42(3), S. 216–225 (2008), ISSN 0009-2851
Michael Stolleis: Arthur von Weinberg: Wissenschaftler, Unternehmer, Mäzen, NS-Opfer. Chemie in unserer Zeit 42(3), S. 212–215 (2008), ISSN 0009-2851
Angela von Gans, Monika Groening: Die Familie Gans 1350–1963. Verlag Regionalkultur, Heidelberg, 2006, ISBN 978-3-89735-486-9
Hannes Heer; Sven Fritz; Heike Brummer; Jutta Zwilling: Verstummte Stimmen : die Vertreibung der "Juden" und "politisch Untragbaren" aus den hessischen Theatern 1933 bis 1945. Berlin : Metropol, 2011 ISBN 978-3-86331-013-4, S. 386f