Deutsche Chemie-Olympiade


Deutsche Chemie-Olympiade

Das Deutsche Auswahlverfahren zur Internationalen Chemieolympiade ist ein jährlich bundesweit durchgeführter Wettbewerb, dessen wichtige Aufgabe in der Ermittlung des deutschen Auswahlteams, bestehend aus vier Olympioniken, für die Internationale Chemieolympiade liegt. Andererseits stehen jedoch vor allem die Förderung und die Kontaktknüpfung von chemiebegeisterten Schülern untereinander im Vordergrund. Der Wettbewerb ist vom Anspruch her für Schüler der Oberstufe allgemeinbildender Gymnasien ausgelegt, jedoch gibt es keine nach unten festgelegte Altersgrenze, weshalb bei entsprechender Begeisterung und Talent auch jüngere Teilnehmer durchaus erfolgreich teilnehmen können. Deutschlandweit nehmen jährlich über Tausend Schüler an der ersten Runde des Wettbewerbs teil.

Die ersten beiden Runden werden von den Schülern in Heimarbeit selbst bearbeitet und dezimieren die Anzahl der Teilnehmer bereits von über Tausend auf 60. In der dritten Runde werden die verbleibenden 60 Kandidaten ein einwöchiges Seminar eingeladen, wo die Leistungen in zwei theoretischen Klausuren über das Weiterkommen entscheiden. Die vierte und letzte nationale Runde findet in Kiel statt, wo die 15 restlichen Kandidaten einer theoretischen und praktischen Klausur unterzogen werden, bis am Ende die vier nationalen Kandidaten feststehen. Diese vier Kandidaten vertreten dann Deutschland in der internationalen Chemie-Olympiade.

Kandidaten sind Schüler bis zur 13. Jahrgangsstufe beziehungsweise dem 20. Lebensjahr.

Veranstaltet wird die Deutsche Chemie-Olympiade vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) an der Universität Kiel.

1. Runde

Die Aufgaben der ersten Aufgaben sind meist auf Plakaten in den Schulen aufgehängt, um vorbeigehende Schüler überhaupt erst auf den Wettbewerb aufmerksam zu machen. Diese Aufgaben können dann von Interessierten auch bei den Chemie-Fachlehrern in handlichen DIN A4-Blättern erhalten werden. Dies ist auch der Fall falls keine Plakate ausgehängt sind. Die Aufgaben dieser ersten Auswahlrunde sind schwierigkeitsmäßig her auf normalem Schulniveau angelegt und stellen in der Regel keinerlei Hürde im Weiterkommen dar, da hier vor allem Motivation und Interesse erst geweckt werden sollen. Sie werden vom Schüler in Heimarbeit bearbeitet, wobei Literatur- und Internetrecherche erlaubt und sogar erwünscht sind. Die entsprechend bearbeiteten Lösungen werden dann vom Schüler dem Fachlehrer zurückgegeben, der diese dann selbst korrigiert und die Ergebnisse weiterleitet. Das Erreichen der zweiten Runde ist dann nach einem im Vorhinein relativ niedrig festgelegten Prozentsatz abhängig, der mit normalem Engagement leicht erreicht werden kann. Somit ist die Teilnehmerzahl der folgenden Runde nicht zahlenmäßig begrenzt. Die erste Runde des Wettbewerbs der entsprechenden Olympiade findet im Sommer vor der Endrunde statt und überschneidet sich zeitlich mit den letzten beiden Endrunden der vorhergegangenen Olympiade. So werden potentiellen Teilnehmern einige Monate Zeit gelassen um die Aufgaben zu bearbeiten. Abgabeschluss liegt in der Regel im September.

2. Runde

Die Aufgaben der zweiten Runde erscheinen in der Regel Anfang Oktober und werden von der Wettbewerbsorganisation dem Fachlehrer zugesandt. Dieser gibt diese dann an den Schüler weiter. Der Teilnehmer hat nun ca. 6 Wochen Zeit, um die Aufgaben erneut in Heimarbeit zu bearbeiten. Im Gegensatz zur ersten Runde geht die zweite Runde über das Schulniveau weit hinaus und beinhaltet auch Themengebiete, in die sich der Schüler erst durch intensive Recherche hineinarbeiten muss. Selbst die meisten Fachlehrer können die gestellten Aufgaben ohne entsprechende Suche nicht vollständig bearbeiten. Trotz der Möglichkeit der Literaturbefragung und dem Durchforsten des Internets stellt die zweite Runde eine erheblich schwerere Hürde als die Anfangsrunde dar. Aufgrund des hohen Niveaus kann der Schüler auch ohne vollständige Bearbeitung die dritte Runde erreichen und kann somit kleine Teilaufgaben auslassen, zu denen er keine Lösung findet. Die bearbeiteten Aufgaben werden dann wieder dem Lehrer zurückgegeben, der diese jedoch diesmal nicht selbst korrigiert, sondern direkt an eine zentrale Korrekturkommission schickt. Somit werden dann alle Teilnehmer zentral korrigiert. Von allen Teilnehmern werden dann die besten 60 ausgewählt und zur dritten Runde eingeladen.

3. Runde

Wie bereits erwähnt werden aus den Teilnehmern der zweiten Runde die besten 60 zentral ermittelt und zur 3. Runde eingeladen. Diese stellt keine Heimarbeitsrunde mehr dar, sondern findet im Rahmen eines einwöchigen Seminars meist Ende Februar in Göttingen zentral für ganz Deutschland statt. Hierbei wird den Schülern ein tieferer Einblick in die theoretische Chemie gewährt, da dort ehemalige Teilnehmer und Mitglieder des Fördervereins umfangreiche Vorträge über ihren Werdegang, bestimmte Teilgebiete der Chemie, sowie Aufgaben der Chemieolympiade halten. Diese Vorträge bieten größtenteils eine Vorbereitung für die zwei fünfstündigen Klausuren, die im Rahmen dieser Woche geschrieben werden und die eigentliche dritte Runde stellen. Parallel zum chemischen Teil des Seminars werden auch umfangreiche Freizeitmöglichkeiten geboten, wodurch Kontakte und intensive Freundschaften unter den Chemiebegeisterten aufgebaut werden. Die Anreise und Abreise zur dritten Runde erfolgen in der Regel per Zug, wobei die Fahrtkosten komplett erstattet werden. Mithilfe der zwei Klausuren werden dann die besten 15 Schüler ausgewählt und zur 4. Runde nach Kiel eingeladen. In besonderen Fällen wie nur minimalen Punktunterschieden oder besonders jungen Teilnehmern werden manchmal auch mehr Schüler zur vierten Runde eingeladen.

4. Runde

Die letzte Deutschland interne Runde findet dann in Kiel am Leibniz-Institut für Pädagogik der Naturwissenschaften(IPN) der Universität Kiel statt. Diese läuft wiederum im Rahmen einer einwöchigen Veranstaltung ab. Im Gegensatz zur dritten Runde wird hierbei der Schwerpunkt auf die praktische Chemie gelegt, da die Teilnehmer im Normalfall nur begrenzte Möglichkeiten besitzen anspruchsvollere Synthesen und Analysen an ihren Schulen durchzuführen. Die erlernten Fähigkeiten und Arbeitstechniken werden dann in einer praktischen Prüfung am Ende der Woche abgefragt, die zusammen mit einer unter der Woche geschriebenen theoretischen Klausur die 4. Runde bildet. Die beiden Klausuren beinhalten beziehungsweise bearbeiten im Groben die Themen der Internationalen Runde, deren Schwerpunkte in Form von bereits vom Austragungsland veröffentlichten „Preparatory Problems“ abgegrenzt wurden, die dem Schüler als hervorragende Vorbereitung zur 4. Runde dienen können. Die besten vier Schüler werden dann mithilfe der Ergebnisse der beiden Tests ermittelt und stellen das Olympiateam Deutschlands dar. Für den Fall einer Erkrankung oder des Ausfalls eines Teammitglieds werden in der Regel auch Ersatzkandidaten ernannt.

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